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schnaps & livehouses

gehse innen klupp, wollen die von dir am eingang nicht nur eintritt haben, sondern nochmal was extra. für drinks sagense. die sind nie abzulehnen, aber wie genau funktioniert das? dazu dieser heutige diamant des alltagswissens!

das klassische „drink menu“ eines livehouses habe ich hier schonmal erwähnt beim thema drink tickets. bei jedem konzert (festivals und stadionkonzerte ausgenommen) das ihr in japan besucht, zahlt ihr direkt am eingang 500 oder 600yen für einen papierschnipsel, plastikchip oder pin, den ihr dann an der bar gegen ein getränk tauschen könnt. das hat in erster linie rechtliche gründe: livehouses sind rechtlich als gastronomie klassifiziert, und die muss sicherstellen, dass leute irgendwas konsumieren. die günstigste und platzeffizienteste möglichkeit ist da nunmal eine bar. außerdem schaden ein paar extra-einnahmen nie.

aber gehen wir mal detailliert durch und ich gebe ein paar persönliche empfehlungen. wir orientieren uns am angebot des shinjuku loft – die haben als langjährige institution ne ordentliche bar (und sogar leckeres essen!). je nach laden kann es auch mal weniger auswahl geben, großartig andere drinks habe ich bisher aber selten gesehen. insofern ihr also nicht gerade im blue note oder ähnlichen edelschuppen abhängt…

viele livehouses unterscheiden zwischen einer begrenzten auswahl, die es im austausch für das drinkticket gibt und der vollen karte. das steht meist relativ klar auf den schildern und orientiert sich an den preisen. schnäppchen sind also eher selten, wobei es sich bei nem softdrink evtl lohnen kann, den separat zu zahlen, wenn ihr hinterher noch anderweitig verwendung für das ticket habt.

bier. im normalfall findet ihr hier eine der großen marken mit ihrem standardprodukt. also asahi super dry, kirin ichibanshibori etc.. offiziell sind das allesamt lagerbiere, allerdings wohl mit reis-anteil gebraut. (wieder was gelernt!)
persönliche favoriten sind kirin heartland und sapporo, aber naja. mit viel glück kriegt ihr ein guinness vom fass (nakano moonstep represent!!), aber wirklich fancy auswahl ist quasi nirgends. einiges kommt in flaschen, das standardbier zapfen viele frisch. tipp: werft insbesondere bei größeren hallen vorher nen blick auf die theke – einige haben die unart, vorzuzapfen, damit auch direkt der erste schluck nach lauwarmer plörre schmeckt.

stärkeres: meist einzeln angegeben, könnt ihr on the rocks (rokku), mit wasser (mizu-wari), sprudel (soda-wari) oder mit einem der aufgelisteten softdrinks gemischt ordern. der preis bleibt dabei meist gleich.

gin: wie gin mir schmeckt: nicht. also nur die info, dass ich meist beefeater, bombay sapphire oder tanqueray vor ort sah.

wodka: auch nicht meine baustelle. zeitweise gibt es auch die aus dem konbini/supermarkt bekannten, zuckrig-fruchtigen chu-h(a)i mischungen direkt in der dose (~6%).

rum: meistens weißer bacardi, seltener myers oder käptn. halt die basics. rumcoke ist ein ding, cuba libre meist zu fancy.

tequila: ebenfalls was günstiges, silver sauza oder cuervo. mit cola als bester wortwitzdrink: mexicoke. shots werden gerne ausgegeben wenn dinge gefeiert werden, allerdings ohne salz/zitrusfrucht?! keine ahnung was da los is, aber naja, wenns wech muss ne.

whisk(e)y: niemand geht für lecker whisky ins livehouse, aber manche geben einem für ein drinkticket was trinkbares. auf dem breiteren menü ist meistens ein basic-bourbon (jim, jack), als japanischer vertreter suntory kakubin yellow, seltener scotch (ballantines) oder was irisches (jameson). klassisch japanische darreichungsform ist der highball, also kakubin plus sprudel. durchaus lecker und nicht süß!

umeshu: pflaumenwein. kein plan von produkten hier, süße kopfschmerzplörre, geht für mich wenn nur sodawari.

shochu: schnaps, aus gerste, weizen, reis, süßkartoffeln oder watweißich gebrannt. wird auch für einige chu-hai mischgetränke verwendet, also listen manche livehouses gemische mit softdrinks als [softdrink]-hai auf, also beispielsweise coke-hai. wird zeitweise auch als oolong / ryokucha-hai mit tee angeboten. shochu hat weniger umdrehungen als wodka (so 25-35 meist), aber nach langwierigen tests habe ich das gefühl, dass die an der bar dafür einfach mehr reinmachen. kann also leicht fuselig schmecken. allesamt lokale marken, also meist das günstigte alkoholhaltige getränk auf der karte.

die liköre: hier finden sich klassiker wie baileys, amaretto oder jägermeister, aber auch einige eigenartige wie joghurtlikör, peachtree, kaluha (kaffee), tiffin (tee)…ein abstrakter bereich, in dem sich alkohol und milch vermischen. ich zweifle.

der rest: „wein“ (da sie ihn meist nur als „rot“ oder „weiß“ betiteln, tut euch den gefallen und lasst es. außer wenn franzosen anwesend sind – dann trinkt alle ihre vorräte.), nihonshu (sake), alkopops (smirnoff ice, zima und wie der fusel alle heißt), hoppy (alkoholfrei, schmeckt bierähnlich, wird mit shochu gemischt zu pseudobier)

die mischmöglichkeiten softdrinks: cola, ginger ale, tonic water, melon soda, red bull, oolongtee, grüner tee, säfte, mineralwasser, stilles wasser, milch, seltener kaffee (heiß/kalt). wenn ihr euch intensiver bewegen wollt: wasser kommt mit etwas glück in plastikflaschen.

kurz zu mischverhältnissen: drinks, mit denen auch lemmy glücklich geworden wäre, kann ich in japan trotz all der konzerte an einer hand abzählen. bisher auf nummer 1: das womb in shibuya. (frosch, locken, wissenschon.)
probiert eure auswahl und merkt zur not freundlich an, dass sie es bitte stärker machen sollen, manche tun das durchaus.

soweit dieses. noch fragen?

ach ja, die zusammenstellung hier sollte euch btw. auch bei der navigation eines izakaya oder einer günstigeren bar helfen. aber vielleicht schreib ich da nochmal separat drüber. prösterken.

praktischer neuer livehouse-überblickskalender

meine kleine serie zu konzerten und tickets in japan ist schon eine weile her, aber ich hab eine frische ergänzung für euch!

was bisher fehlte: ein guter überblickskalender zu kleineren konzerten. da gab es früher mal was, dann ging es kaputt und ich musste alle wieder auf den klassiker verweisen: termine einer band checken, livehouse raussuchen, rest der schedule betrachten, liste der persönlich relevanten venues aufbauen.

das funktioniert natürlich auch jetzt immer noch am besten, aber für einen ersten blick oder um vielleicht mal was neues zu entdecken gibt es nun http://livehouse.eplus.jp/ .
nachdem die letzte initiative von einigen livehouses selbst kam, ist diesmal eplus der betreiber. die verkaufen hauptberuflich tickets, weswegen hier auch direkt die (für sie) praktische kaufmöglichkeit eingeschlossen ist. da dadurch (für euch und afaik auch die veranstalterseite) gebühren anfallen, würde ich insofern möglich immer die klassische reservierung direkt bei der band bevorzugen.
eine weitere anmerkung zu den gelisteten venues, bevor wir starten: auch, wenn landesweit erstaunlich viele dabei sind, sind es für tokyo lange nicht alle. das moonstep fiele mir direkt ein – aber ich glaube nicht, dass die tatsächlich für tickets irgendeiner show bei eplus verkaufen.

das alles soll euch aber nicht von der nutzung des kalenders abhalten!

eine runde mad paint skillz später….

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reisebüro rock’n’railpass: konzerte für günstiger?

machen wir uns nichts vor, konzerte können in den fernen weiten schnell ins geld gehen. es gibt allerdings auch optionen für alle ohne dickes bankkonto, die ich euch zum abschluss der miniserie mal zusammengeschrieben habe. wäre ich ein cooler hipper youtuber würde ich an dieser stelle kira neben mir sitzen haben – oder vielmehr sie ins video schneiden müssen, weil sie derzeit noch in tokyo chillt. konzerte sind ihr ding und sparen ebenfalls, viel von dem was nun folgt, hab ich von oder gemeinsam mit ihr gelernt.

was kost mich ein konzert?

variiert wild, aber so als beispiel: rechnen wir 3000yen für ein event-ticket, 500yen fürs drinkticket. dann noch 300 für den locker, zwischen 400 und 600 für jeden weiteren drink. goods gefällig? tshirts liegen häufig zwischen 2500 und 3000yen, towels um die tausend, bei CDs ist von 500 für ne demo bis 3000+ für ein album mit dvd und klingeling alles dabei (was imo aber nur relevant ist wenn der kram 会場限定, kaijou gentei ist, also nur auf den konzerten verkauft wird). die goods sind meist echt gut gemacht und auch eine gute sache um mit den bandmenschen ins gespräch zu kommen – wer euch was verkaufen will, muss mit euch reden. es sei aber festgehalten: so blödsinn wie hier vonwegen „ohne kauf kein autogramm“ hab ich noch nie erlebt, wenn die kohlen nicht für einkäufe reichen lasst euch im zweifelsfalle halt das ticket signieren, wenn ihr auf sowas steht. nur idealerweise nicht euren hintern, das könnte für tumult sorgen.

hilfe, in den letzten vier tagen war ich auf fünf konzerten, japan macht mich arm! komm ich nicht irgendwie günstiger rein?

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linkmix

aaargh, verpasst! dachte ich mir, als ich bei den kollegen von undermusik auf euro-termine von turtle island stieß – nen guten monat zu spät. aber machse nix, hier gibts zumindest video von ihrem auftritt beim tff rudolstadt. bleibt zu hoffen, dass es sie noch öfter hierher verschlägt, bisher bekam man an auslandsauftritten eher solche wie den auf der schau von blackmeans zur fashion week in new york mit. wo ich – trotz großer liebe zu diesem label – jetzt eher seltener bin. wobei folkfestivals auch eher nicht mein revier sind…hm.

mittendrin in den terminen sind wir für das ghibli filmfestival. warnung: es könnten schlechte deutsche dubs anwesend sein. glücklicherweise entgeht einem das sonst eher, aber angesichts der marrrderhunde neulich im tv (yep, pom poko) ist es leider erwähnenswert.

dann haben wir da noch eine zentral wichtige website, die mein leben sehr bereichert hat. und zwar conveniice: sie listen und reviewen eissorten aus dem konbini! so verpasst man auch außerhalb des landes keine wichtigen entwicklungen jenseits der corn soup / tomaten-schocker, die einem ja mittlerweile jede website mit japanbezug aufs brot schmiert. wer kein japanisch kann, kann zumindest verpackungen kucken.

ebenfalls ein lesetipp, diesmal aber auf englisch: tokyo for 91 days. zwei typen reisen um die welt und sind immer knappe drei monate im land. und genau das ist es, was mir daran gefällt: nix ist fieser als hundert touri-attraktionen in fünf tagen. tokyo ist eine stadt, die ich auch nach langen aufenthalten noch nicht komplett kenne und das ist perfekt so. der blog hat, illustriert mit tollen fotos, lauter persönliche favoriten (natürlich harajuku und shimokita, aber auch jimbocho, die monumental hässlichen büroberge in shinjuku, die gelben vögel in akasaka…) aber auch dinge, die noch auf meiner muss-sehen-liste stehen (hara museum…irgendwie lande ich immer im mori art museum, weil sie dinge wie dinosaurier haben und man die spinnen-maman besuchen muss). hachja.

und wo wir gerad bei tokyo sind, gute nachrichten (danke jez!): die ACB hall macht doch weiter! scheinbar in zusammenarbeit mit dem kingsx (auch potentiell relevant für punkrockkinder), aber sonst bleibt alles beim alten. generell kamen in letzter zeit einige venues dazu – ein beispiel aus anderer musikrichtung wäre das shinjuku reny, das zur ruido-gruppe zählt. das bietet am westausgang in shinjuku gelegen scheinbar eine eher elegante umgebung für vk-konzerte. ich meine, sie haben ein foyer undso! als kontrastprogramm hat dieser artikel eine schöne sammlung von eher ranzigen punk-venues, den wollt ich auch noch geteilt haben.

gelacht hab ich über vieles, einen top-platz belegt aber die ankündigung des sängers einer gewissen lieblingsband, seinen twitter-account beim erreichen von 20.000 tweets dichtzumachen. woraufhin sich natürlich alle fankinder beschwerten, dass sie dann ja keine kontaktmöglichkeit mehr hätten. seine reaktion? schreibt mir doch einfach ne email.  joah, ne. was man halt so tut, emails an megastars schreiben. kennze.