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ein festival für nicht-festivalkinder?

das erste lineup vom lunafes hat wohl bei jedem die kinnlade auf den tisch fallen lassen. wenn sich wer noch an diese last.fm-logobildchen mit den lieblingsbands erinnert, so sieht die ankündigung aus – inklusive ein paar bierpausen, was ebenfalls wichtig ist. diesen mix aus altehrwürdigen favoriten und festivalspaß auf einem event zu feiern entspräche meiner vorstellung von perfektion, zudem makuhari natürlich freie platzwahl und standing verheißt. gleichzeitig sehen aber schon wieder einige genau darin schwierigkeiten – bangya und festivalkinder unterscheiden sich ihrer meinung nach doch zu sehr.

einerseits verstehe ich genau, wovon sie reden – buck tick-fans werden auch keine festivalmenschen, wenn man ihnen ein eigenes gibt. die meisten konzertbesucher bei luna sea möchten in ruhe genießen, was ihnen geboten wird, lightshow und solos inklusive. dem gegenüber stehen die wilden kinder, die freude an ihren pits haben und sich immer mal neuen feierspaß ausdenken. menschenpyramiden bei hormon, riesige plüsch-dragonballs bei den beat crusaders, wettrenn-circles bei dustbox…

andererseits wechsele ich seit jahren zwischen diesen vermeintlich gegensätzlichen welten und es freut mich besonders, wenn sie sich irgendwo auf der mitte treffen. gerade J solo vereint die beiden enden seit jahren – die ehrenwerten menschen stehen ganz vorne oder hinten und genießen, der kindertrupp springt wild in der mitte herum. sicherlich gibt es mal streit weil der eine dem anderen zu nahe kommt dabei, aber in sich respektiert da jeder jeden, zumindest meiner erfahrung nach. die gehen hinterher nicht zwingend zusammen einen trinken, aber sie sind sich alle einig, dass sie fan sind und spaß haben. J veranstaltet seit jahren events, zu denen er wirklich alle möglichen künstler einläd. beschwerden hab ich auch darüber noch nicht gehört.

so schlimm kann es also gar nicht werden. wenn es hart auf hart kommt, erweitert jemand aus versehen seinen musikalischen horizont. was ich viel spannender finde und weswegen ich mich auch wie bolle auf dieses event freue, ohne teilnehmen zu können: festivals sind treffpunkte, auch hinter der bühne. wie großartig wäre es, wenn meine lieblingsband andere favoriten kennenlernt, denen sie so nie begegnen würde, eben weil sie (sicher auch aufgrund ihrer anhänger) die normalen festivals bisher meiden?

sehter? ganz das fankind. und trotzdem im pit.

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linkmix

das kemuri coveralbum gibt mir nachts um halb drei die macht, eine news/linksammlung zu machen. und die nachbarin frittiert um diese zeit irgendwas mit zwiebel.

★ nur um zu testen, ob es euch genauso schockt wie mich: ID attack von pierrot erschien im jahr 2003. vor über 10 jahren. holy smokes, wir sind alt! aber das sind nicht die news, weil, pierrot tun sich wieder zusammen! große mengen wohlig schwarz gekleideter menschen sammelten sich vor dem studio alta an und sahen die ankündigung für zwei lives im oktober in der saitama super arena. ob es dabei bleibt, ist unbekannt, der fanclub ist temporär ein jahr lang offen. man denke über die die gründe, was man möchte, aber ich bin gespannt, wie sie nach all den jahren klingen!

★ ich hab schon von dem neuen deg-kyo-projekt erzählt, das mich eher verwirrte in seiner zusammensetzung. jetzt ist es noch wirrer geworden, denn sie haben für das promovideo onitsuka chihiro gecastet? singt sie irgendwo noch mit oder ist sie nur deko? wenn ja, warum? (und zack, ohrwurm.)

★ nennt eure band besser nicht wie eine französische region, die ihren namen für köstlichkeiten hat schützen lassen. wenn die das nämlich spitzkriegen, klagen sie gegen euch und ihr müsst euch umbenennen. damit auch ja keiner indiepopboybands (in diesem falle [champagne], ja, mit den albernen klammern) mit ihren getränken verwechselt.

★ die olympiade in tokyo wirft ihre schatten voraus: nicht nur das shibuya ax macht bald dicht, auch vom national stadium müssen wir uns verabschieden. das geschieht zwar mit einem eher großangelegten live mit l’arc, man with a mission, perfume und weiteren und schön war das ding auch nicht, aber die renovierungswut seh ich jetzt schon kritisch.

und abschließend eine runde lesetipps:

★ in anschluss an solche berichte über die musikindustrie in japan empfehle ich diese ausführliche erläuterung der entwicklungen der letzten jahre.

★ und eigentlich wollte ich bloß auf die übersetzungen hinweisen, die die menschen von kashihaus von einem teil des visual rock disc guides gemacht haben. die sind nämlich potenziell relevant für jeden, der mehr über vk-geschichte wissen mag. aber dann sah ich, dass sie auch angefangen haben, bangyaru a gogo zu übersetzen! was neben einem interessanten einblick in die vk-szene der 90er von der fanseite (es ist zwar ein roman, aber die autorin hat die szene damals aktiv als fankind miterlebt) auch sehr unterhaltsam zu lesen ist, die ausgedachten bandnamen und ihre realen entsprechungen erfreuten mich sehr. was mich daran erinnert, dass ich mir band 2 noch zulegen und weiterlesen muss.

★ auch wenn man von japanischem musikjournalismus nicht viel erwarten sollte, erfreut es mich, dass barks alle möglichen interviews mittlerweile auch auf englisch anbietet. hier z.b. ein aktuelles vom herrn jott. klickt einfach mal ein bisschen rum, ist eine nette abwechslung von der mauen auswahl unserer lokalen jmusic-webmagazine. srsly, was ist los? gibt doch genug in europa tourende künstler, sind die nicht glittery genug für ein interview? traut sich keiner, die anzumailen?

 

♫ hide tribute spirits VII – rock spirits (ich feiere das kinniku-cover von DICE. yesss.)