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dancing is illegal

die club-problematik in japan werden wahrscheinlich schon einige mitbekommen haben: nachdem es diverse jahrzehnte niemanden kümmerte, hat die polizei seit einiger zeit nichts besseres zu tun, als einen teil der adult entertainment laws durchzusetzen, der da sagt: getanzt wird bitte nur bis mitternacht und in clubs, die eine gewisse mindestgröße, -helligkeit und andere standards einzuhalten haben. genauere infos zum gesetzestext und den ausführungsbestimmungen finden sich hier (jp), presseberichte z.b. hier.

ursprünglich diente das ganze nach dem krieg wohl der bekämpfung von prostitution, aber von den fragwürdigen erfolgen an dieser front mal abgesehen wirkt die gesamte idee heutzutage mehr denn je wie ein schlechter witz. außer überaus stilvollen großraumdiscos wird gerade in größeren japanischen städten wohl kaum ein club allein die platzanforderungen erfüllen können.

lärmproblematik und feuerschutzgründe wären noch das, was ich am ehesten als argumente akzeptieren könnte, aber ein bericht aus dem shuukan playboy lässt viel dramatischere hintergedanken erahnen.  in ihrem report über ein gerichtverfahren gegen einen clubbetreiber in osaka haben sie gar wunderbare polizei-zitate gesammelt, die den frevel klar umreißen:

According to the magazine, law enforcement defines “dancing” as follows: “A building atmosphere of pleasure between men and women in which the sexual mores in society can be effected.”

In an attempt to offer elucidation on how such an activity can be a detriment, a police officer took the stand. After outlining a number of dance movements, including foot stepping within a width of one meter, arm and head shaking, lower back bending and overall body shaking in an up-and-down motion, the officer said, “One’s self control becomes unrestrained and, with this sense of freedom, problems related to one’s sexuality could result.”

(quelle: tokyo reporter)

und falls nach der beschreibung noch jemand probleme hat, sich diese verabscheuungswürdigen bewegungen genau vorzustellen, anbei ein gif, das die situation exzellent zu illustrieren weiß:

(via)

man könnte an dieser stelle einen bösen verweis auf dinge wie die dramatisch gesunkene geburtenrate bringen. oder spekulieren, wie zuträglich solche gesetze den tollen popkultur-imagekampagnen der regierung sind. was aber wirklich wichtig ist: huldigt dem shuukan playboy, dem endlosen quell der wirklich relevanten popkulturellen informationen. (das meine ich ernst, verweise an dieser stelle auf herrn namba, der eine komplette nachkriegsgeschichte der subkultur in japan großteils auf ebendiesem aufbaut. der hat die artikel da drin garantiert alle gelesen.)

ahja, der titel des posts stammt nebenbei von diesem heysmith-song.