Getagged: cool japan

linkmix

nmorgen! setzt euch hin, macht ein gutes album (oder dieses?) an und klickt mit mir auf links, anstatt zu arbeiten.

★ cooler scheiss: jemand machte eine interaktive karte mit durchschnittlichen mieten in tokyo. falls ihr euch immer schon gewundert habt, wie das image einiger stadtteile mit zustandekommt oder wie hoch die monatsmiete für euer gammliges apartment im vergleich zum rest-chôme liegt.

★ menschen, die in eher zentraler beratender rolle für cooljapan tätig sind, stellen fest, dass man tatsächlich sowas wie ein (neues, globaleres) geschäftsmodell dafür gebrauchen könnte. aber bevor sich jemand beruhigt fühlt: die erkenntnis kam für den anime-bereich. wir sind da jetzt auf dem level von selbsterkenntnis, das animexxdiskussionen zum thema vor locker fünf bis zehn jahren hatten.

lacher am rande: poppige vk-band im sonic ballroom im april. bei aller liebe zur location – wer hat die denn da hingebucht?

★ falls es wen nach london verschlägt: petit koenji ist ein kleiner rumpelladen, der wie ein mix aus den exzellenten secondhand-jogginganzügen / gummisaurier-accessoires des kinji, dem spielzeugangebot der kindheit im spiral und unserem wohnzimmer aussieht.

★ ich würd ihn gerne als empfehlung verlinken, da ich die idee sehr gut und unterhaltsam finde, aber es hapert leider an der umsetzung: der beginners guide to gyaru. wie konnten die mädels bitte die wunderbarste aller gyaru-geschichten übersehen? wer sich auch nur am rande für mode und subkultur interessiert, möchte alle drei teile lesen. (warnung: marxys artikel werden eure anforderungen an gescheite japan-recherche grundlegend verändern.)

★ philosophischer ausklang mit der frage: warum heißt das finch of amazing diner, wie es heißt? ist ein finke herr über ein diner mit spezialisierung auf hochzeitsfeiern? warum hat es gleichzeitig ein wappen und köstlich aussehendes steak? und warum spielen muto und ueno dort konzerte?

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linkmix

heute leider ohne mondfische – keine zeit gehabt, um mich dem bullshit-teil meiner newsquellen zu widmen.

★ die trennung von andymori kam ja trotz aller verzögerungen – aber jetzt gibt es den ersten hinweis, wie es für die einzelnen mitglieder weitergeht: oyamada (vo) startet ein eigenes label, sparkling records.

★ breaking! 90s vk hatte visuell (ahaha) offensichtlich größeren einfluss als bisher gedacht: klatschpresse-mitarbeiter fanden ähnlichkeiten zu hollywood-exfreundinnen, ich bemerkte heute die eindeutige wieseligkeit von 90s kpop-videos. editier da mal bitte wer nen aktuellen vk-song als tonspur rein, dann verkaufen wir es als neue, ironisch retrogestylte band oderso.

★ das PV zum ’neuen‘ hide-song kogyaru ist raus! hier zu schauen, sogar ohne proxy-umwege.

★ zum thema digitalisierung und musikmarkt: dieses interview (jp) mit hisashi (glay). enthält (für westliche interessierte) weniger neue gedanken zu release-formen und promotion-arbeit der zukunft, aber auch die überlegung, ob man als musiker nicht mehr freiraum für experimente bekommt, wenn musik für alle frei verfügbar wird und der druck wegfällt, nur gut verkäufliches material zu produzieren. das unterstreicht, wie kurz die leine ist, an der in japan viele künstler gehalten werden. die zeiten der millionseller sind rum, aber die labels hängen ihnen mit großem enthusiasmus hinterher…ob line music da wohl was neues bringt, wenn sie spotify schon nicht auf den markt lassen wollen?

★ hihi, gab es wohl irgendwelche hintergedanken dabei, eine agentur für japanische künstler, die z.b. hier touren plant HIGHfeel zu nennen? egal, ramen events sind mit ihnen gemerged, was die eigentliche news ist.

★ nochmal gedanken zu industrie und popkultur, diesmal in professioneller außenansicht: ANN answerman (runterscrollen) widmet sich der frage, warum cool japan so glorios fehlschlägt, während andere länder das mit dem content und der weltweiten promotion gut hinbekommen.

nichtsocooljapan

yup, unser aller lieblingsthema ist in die nächste runde gegangen, diesmal mit einem supersymbolischen doppelfail.

nach der japan expo, die weltweit ja schon überall mal station gemacht hat, haben sie* jetzt auch ein mit popkultur für japan werbendes event im land selber veranstaltet: das moshimoshi nippon festival. wie das funktioniert? man stellt einen haufen künstler in tokyo auf die bühne und lädt alle ausländer für lau ein – und drückt jedem zusatzlich noch nen essenscoupon in die hand. in sich keine falsche idee, wa?

leider ging dieser plan mal wieder schief. erstens: offensichtlich hatte selbst bei asobisystem, dem selbsternannten hort der harajuku hipness, keiner plan, wie man das land kreativ repräsentieren könnte. kyary als headliner war sicher richtig und hauptgrund für das erscheinen vieler, auch una oder akira werden bei den kera-lesern willkommen gewesen sein…aber wer hatte die restliche idol-klonarmee bestellt? wollten sie mit cool japan nicht irgendwann mal die individualität des landes beweisen, so als gegenbewegung zum negativ-image der 80er?

zweitens: die trennung in ausländer und japaner war nicht nur beiderseits peinlich, weil erstere freien eintritt und futter für ihre anwesenheit bekamen, während die locals regulär für alles zahlen und als teil des menschenzoos dienen durften. sie haben auch noch eine spezielle gaijin area gebastelt…weil…die fremden ja besser unter sich bleiben, während sie das exotische land kennenlernen. fünf minuten nachdenken hätten zu der erkenntnis führen können, dass „alle besitzer eines ausländischen passes“ auch langzeitig in japan wohnende, popkulturaffine menschen sind, die sich für lau erst recht den spass machen und auf so einem event erscheinen. hmm, welchen eindruck die wohl ins ausland weitergegeben haben? der noisey-artikel fasst es ganz gut zusammen und hat stimmen aus dem publikum.

mit prima timing kam dann noch diese meldung: Man arrested in Japan for uploading television shows on Dailymotion. ja, diese kriminelle person – einige mögen ihn als bkyuu douga kennen und ihm zu dank verpflichtet sein – hat es gewagt, im fernsehen innerhalb japans frei verfügbare dinge wie variety shows weltweit zu teilen. unberechtigte, im ausland ansässige menschen hätten aus dem wertvollen, nur für das inland bestimmten entertainment frei wählen können, um sich ein bild vom land zu machen. am ende hätte sie für japaner konzipierte werbung erreicht und sie hätten produkte des landes gekauft, sie wären fans japanischer künstler geworden oder hätten sich dieser unerlernbaren sprache angenähert – nicht auszudenken! es hätte zur weltweiten verbreitung japanischer popkultur beigetragen und am ende wären die auch noch als touristen im land erschienen! nee nee nee.

* in diesem falle asobisystem, aber da die in der vergangenheit mit mehr als freundlicher unterstützung der regierung gehandelt haben, sehe ich sie als festen teil der cooljapan-kampagne.