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linkmix

frohes neues!

während alle anderen menschen irgendwelche 2014-rückblicke posten, mach ich erstmal news.

kemuri sind mit guten news ins jahr gestartet: sie kriegen ein US-release bei asian man records! mirai wa akarui kommt im april, sagt der herr park bei twitter. die website spricht von einer „Collection of amazing songs from these Japanese ska/punk legends“ und von einer LP….also kein komplett neues album, sondern eher eine compilation? egal, es wird international verfügbar sein und somit auch für uns in ihrem shop zu kaufen. (da liegen auch so einige potshot-alben rum, nicotine und mugwumps sind auch bei ihnen. wer da bedarf hat, bittesehr.)

★ eine weitere, für fans wohl eher epische kollaboration: maximum the hormone inspirierten einen neuen dragonball-film mit ihrem song F (übersetzte lyrics in der beschreibung), also sprach herr toriyama sie darauf an und sie holten für ihn das release von 2008 nochmal aus der kiste, um damit einen der epischen kämpfe zu unterlegen. fukkatsu no F wird er heißen und sich dementsprechend um die wiederauferstehung des F (freeza) drehen. kinostart in japan ist anfang april.

★ ich hab kohaku diesmal nur nebenbei während der arbeit gesehen, aber im nachhinein gabs einige diskussionen über southern all stars und ihre abe-kritik durch songtext-änderungen und klebebärtchen. ist nicht ganz mein fachbereich, aber wer interesse hat, findet hier und da englischsprachige kommentare.

★ fans des alten birkenstock-ladens an der meiji-dori (schräg gegenüber dem unteren ende der takeshita-dori) müssen jetzt stark sein, denn er wurde durch das harajuku visitor center ersetzt, das sich asobisystem (die mit dem failigen kawaii festival neulich) ausgedacht haben. wer bisher in harajuku noch keinen ort gefunden hat, um geld zu tauschen, post zu verschicken, omiyage zu kaufen und gratiswlan abzugreifen, kriegt ihn jetzt im neon-format. für mich kein mehrwert – shoppen kann ich gerade da anderswo, ich kenne die postfilialen und wlan gibts im bahnhof oder bei starbucks. geldautomaten, die umfassend internationale karten akzeptieren wären mal was feines.

★ wer auf 80s kramzeug steht, wird erfreut sein über das revival der takarajima als vierteljährliche takarajima AGES. die erste ausgabe ist kurz vor jahresende erschienen und widmet sich mit einem special all den guten dingen, die sie damals zusammentrugen: die beteiligten von damals sammeln erinnerungen zu punk und new wave, streetfashion, clubs. und das modell scheint gut zu funktionieren, jedenfalls war sie schon am erscheinungstag bei amazon ausverkauft und ich musste einem der wenigen reseller eine unsumme in den rachen werfen. (wenn die post sie denn mal hergibt, werde ich berichten.)

★ weil es den aktuellen lieblingsanimu so gut zusammenfasst, sei ohne kommentar dieser tumblr empfohlen. stecke gerade irgendwo im letzten drittel der epische 155 folgen messenden zweiten staffel und liege regelmäßig lachend am boden, weil alles so überaus logisch, classy und politisch korrekt ist. elegante wortspiele runden diesen eindruck perfekt ab.

★ zum abschluss noch der hinweis auf eine kurze doku eines deutschen, in japan lebenden film- und fotomenschen: er zeigt den houshi ryokan sowie seine beeindruckende geschichte, denn der laden ist seit 1300 jahren in der hand der gleichen familie. die aufmerksamkeit, die der herr gerade bekommt, freut mich, sein blog wohnt lange schon in meinem feedreader und erfreut auch den sonst eher klischeegeplagten japanologen mit interessanten stories und hintergründen zu solchen medienproduktionen. einer meiner lieblingseinträge ist schon was älter, hat aber durch nakano und livehouses klaren heimvorteil.

musikgeschichte überall: TO-Y

okay, das klingt jetzt eher komisch, aber ich hab ne anime-empfehlung für euch. nicht wegrennen – normalerweise bin ich da ja weniger qualifiziert, das ist mir bewusst, aber das hier ist was anderes. hat nämlich mit musik zu tun und mit den 80ern. eigentlich sogar mit beidem gleichzeitig. es ist quasi beck oder nana, nur vor 20 jahren.
in fachkreisen scheint die TO-Y OVA als geheimtipp gehandelt zu werden, fragt mich aber bitte nicht, warum dem so ist. die story ist eher semi-reichhaltig, die animation dem alter entsprechend ebenfalls nicht der bringer, aber sie werden schon ihre gründe haben. retro-avantgardismus beiseite, relevant ist: das ding bietet einen netten einblick in die damalige musikwelt und die veränderungen, die bevorstanden.

der anime basiert auf dem gleichnamigen manga von kamijo atsushi aus dem jahr 85, die adaption ist von 87. TO-Y ist sänger der band GASP, die kurz vor ihrem größten erfolg stehen – einem live im hibiya yaon (der großen open air-bühne mitten im hibiya-park, ame no yaon undso). gleichzeitig bekommt er aber auch die chance, eine solokarriere zu starten und als idol deutlich mehr zu erreichen, als sich eine band damals hätte träumen lassen. ich belasse es für die inhaltsangabe mal dabei, das ding ist ja (fan)subbed.


spannend ist das ganze aus zwei perspektiven: zum einen kann man die zeit kurz vor dem großen bandboom, aus dem später unter anderem visual kei hervorgehen sollte, ein bisschen miterleben. man sieht das alte loft, damals noch in nishi-shinjuku, die probenräume, die bands und fans, ihr styling, auf der anderen seite aber auch das damals richtig boomende pop-business, nicht umsonst nannten sie es die goldenen jahre der idols. produktionsfirmen hatten die medienhoheit, waren in der lage, eine karriere aus dem nichts zu erschaffen oder zu zerstören. und plötzlich kamen bands wie boowy, die blue hearts und konsorten an und spielten sich von den bandwettbewerben auf immer größere bühnen, waren inspiration für den nachwuchs. das publikum feierte die abwechslung – indielabels und zeitschriften folgten, das hokoten bot die möglichkeit für open air-lives, ikaten (revival-specialdings) brachte das ganze ins fernsehen, die großen labels stiegen ein. die bands, die erfolgreich aus der boomzeit hervorgingen, brauche ich wohl keinem mehr vorzustellen, denn ohne die würdet ihr das hier nicht lesen.

zum anderen, und hier wird das jetzt wieder meta, kann man retrospektiv wunderbar sehen, wie auch manga oder anime wie dieser den boom mit beeinflusst haben. falls sich jemand wunderte, wie zur hölle ich überhaupt auf TO-Y kam: lest mal interviews mit den  bandboom-kindern, in denen sie gefragt werden, wie sie damals auf die idee mit der musik gekommen sind. nicht wenige werden neben den zu erwartenden musikalischen vorbildern auch etwas wie diese story nennen. (zur hand hätte ich diese erwähnung des herrn h. der lieblingsband g. irgendwo ab minute 11, aber da geht deutlich mehr, wenn man sucht.)

und als weiteren bonus: die bands waren beim anime nicht ganz unbeteiligt. nokko spricht die rolle der niya, opening und ending sind von psy-s, der soundtrack hat alles von zelda über street sliders bis barbee boys. schade, dass die protagonisten keine eigenen aufnahmen bekommen haben, aber der rest passt perfekt.
noch großartiger ist allein die darstellung der pop-fankinder, denn die ist auch für heutige verhältnisse noch absolut auf den punkt. der kontrast zu den GASP-fans – ich applaudierte.

soweit. wer lust bekommen hat: das video da oben ist die komplette OVA mit fansubs, mit japanischen originalen wird man nicht viel glück haben, wenn man das so liest. der manga schwirrt in rohfassung ebenfalls durchs netz. einen soundtrack meine ich auch gesehen zu haben, wobei einem sowas wie die sliders in jedem bookoff albenweise hinterhergeschmissen wird.

♪ UPLIFT SPICE – the hanged man