linkmix

hab einen neuen nachbarn, der bei der hitze nix besseres zu tun hat, als seine lärmempfindlichkeit durch lautes geschrei zum ausdruck zu bringen. also fenster auf, musik laut und linkmix!

★ wichtige wissenschaftliche analyse: jemand hat kanaboon langsamer und ajikan schnellergedreht und findet heraus, dass die jeweiligen sänger eigentlich eine person sein müssen.

★ wenn gerade jemand über mode und ihre ungeschickte aneignung von subkulturellen elementen lästert, dreht es sich am ehesten um die skaterszene. verwirrender find ich die aktion von McQ, dem diffusion-label von mcqueen: sie haben sich bo ningen als models für die neue kampagne gebucht, die von irgendeiner clubszene der 70er in shinjuku inspiriert sein soll. welche genau das sein soll ließen diverse artikel offen, dieses i-d interview benennt schließlich die fuuten-zoku. um das zu illustrieren, nhk bericht von damals, erste hälfte dieses artikels (jp, pdf, englisches abstract am ende). anstelle einer clubkultur seh ich da eher ungewaschene junge leute, die ihre schockwirkung in zeiten des wirtschaftsbooms im tatenlosen, zugedröhnten herumgammeln auf öffentlichen plätzen fanden, bis sie spätestens 69 durch den umbau des bahnhofs verscheucht wurden. im westen tokyos wurde in dieser zeit sicherlich kulturell viel experimentiert, woraus zahlreiche einflussreiche künstler hervorgingen, aber ich denke, da hat das designteam auf der suche nach einem exotischen namen danebengegriffen. bei der wahl der repräsentanten irgendwie auch – ich freue mich über alle aufmerksamkeit, die diese großartige band bekommt und ihre mächtigen haare allein rechtfertigen ein modeshooting. allerdings: nachfragen zu den „great shinjuku futens“ lösen bei ihnen nur unverständnis aus.  klingt seltsam, wenn gerade die mir erzählen wollen, nix mit psychedelia zu tun zu haben, aber in diesem aktuellen interview mit der japan times erklären sie zumindest, japanische underground-musiker erst im westen kennengelernt zu haben, weil sie in japan einfach nicht so bekannt sind. hm.

hier hat sophie knight die ganze kawaii-geschichte einmal aufgewärmt und schlägt damit – leider immer noch nur die kinsella aus den 90ern zitierend – einen bogen zu pokemon go. niedlichkeit als rebellion wird zu niedlichkeit als eskapismus. die welt ist schlecht und deswegen jagen wir lieber pikachus als der bedrohung durch gleichermaßen gelbe vogelscheuchen-politiker ins auge zu sehen. kann man machen – man könnte allerdings auch differenzierter an die sache herangehen, gerade wenn man japan kennt.
zum einen: die verarbeitung von größeren gesellschaftlichen veränderungen und problemen durch hinwendung zur popkultur hat uns, wenn wir schon von japan sprechen, die kreative boomphase der 90er und frühen 00er gebracht. die wird allerseits gelobt für populäre, aber eben nicht hirnlose werke. also nicht zwingend gleich abschottung und bloßnichtdrübernachdenken. ich glaube außerdem nicht, dass alle japaner dem medium der (offiziellen) maskottchen gegenüber gleichermaßen unkritisch sind: war pipo-kun nicht das ding, was alle gedisst und karikiert haben? und warum haben wir leute wie den murakami oder auch die ganzen yurukyara, die doch eher ein meta-verständnis des ganzen niedlichkeitsgeraffels verlangen?
klar lenkt pokemon go den blick weg von harten nachrichtenmeldungen, aber es bläst doch einer gesellschaft nicht kollektiv das hirn raus, nur weil es niedlich ist…seit den 90ern. außerdem, gleichzeitig subtil über sommerlochjournalismus zu motzen, mitzumachen und obendrein noch computerspiele und verdummung zu beweinen – das gibt ein klischee-fleißbienchen.

★ und weil wir noch nicht genügend lange artikel hatten (nein ohne scheiss, der ist gut!): yamanote vs. shitamachi – wieso wirken azabu juuban oder aoyama so schick und wieso nakano oder shinjuku so rumpelig und heruntergekommen? eine coole stadtgeschichtliche analyse, die macht, dass ich noch mehr als eh schon wild herumlaufen will in tokyo.

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linkmix

★ coole aktion: dieser podcast hat hayato von meaning interviewt. jep, alles englischsprachig! das format kann man mögen oder nicht, der moderator hört sich gerne labern, aber springt wie verlinkt fünf minuten ins video rein und es wird interessant! typ hat einige zeit in den staaten gelebt, ist aber gleichermaßen mit hi-standard und kram aufgewachsen, hat es mit seiner band zu pizza of death geschafft und kann diesen teil der japanischen musikszene aus insider-sicht beleuchten – livehouses, songtexte, imagepflege. vielleicht die bessere methode, das ganz zu hören: die audioversion in eure podcastapp packen und in der bahn konsumieren.

★ um meine seltsame begeisterung für produktdesign und werbung zu repräsentieren: ich hab eine wunderbare timeline mit vielen vielen KDDI-galapagos-handymodellen gefunden. dann habe ich die schönsten werbespots, die je für einen billigsupermarkt gemacht wurden, geschaut. denn es sind nicht irgendwelche: zum einen werben sie für den seiyu, der allen menschen billige senbei und schnaps, aber auch das beste reduzierte fertigessen bietet. je nach location kommen noch die besten durchen gestalten der umgebung hinzu – ist immerhin ne tochterfirma von walmart. zum anderen sind die spots aber großartig, weil sie von AC-bu kommen. einige kennen sie von diversen group_inou PVs und einmal gesehen, vergisst man den stil nicht so schnell wieder. wenn ihr nur die wahlwerbung der stadt tokyo kennt, die das internet vor kurzem rauf und runterdiskutiert hat – popkulturbonus hier die verwendung der neuesten harajuku-tarento – holt das mit den PVs dringend nach!

★ wenn man mir hier konstanz vorwerfen möchte, kann man das in drei themenbereichen tun: konzertinfos, gemeckere über cool japan und gemeckere über babymetal und OOR. und da letztere punkte neuerdings echt zu kurz gekommen sind, lassen wir sie mal kurz wieder aufleben. hier ist eine gute abhandlung über das babymetal-problem aus der sichtweise eines metalfans – und nein, sie reduziert sich nicht darauf, ob das, was wir da hören echter, würdiger metal ist, sondern denkt über auswirkungen nach. (meine erste hoffnung, songwriter und musiker könnten beachtung finden, war natürlich vergebens.)

dann war da noch dieser sehr treffende konzertbericht zu oneok in luxemburg: „… als angenehm anzuhörende und anzuschauende Lieblingsband für Otakus, J-Pop-Aficionados und Gelegenheits-Musikhörer funktionieren sie allerdings bestens„.

diesmal drüben festgestellt und gültig für beide gruppen: es war naiv zu vergessen, dass man in japan all das, was erfolg im ausland hat, gleich zehnmal besser verkaufen kann. insbesondere, wenn unklar ist, welche qualitäten diesen erfolg überhaupt ausgelöst haben könnten, ninki ninki tralala. wenn US-/EU-abenteuer ein weg sind, guten künstlern auch in den fernen weiten (mehr) gehör zu verschaffen und ihnen bei der weiterentwicklung helfen, mache ich mich als ausländischer fan natürlich gerne nützlich. andersherum geht es mir aber gehörig auf den sack, wenn die auswahl der bands nur noch optimiert auf cooljapan-einnahmemöglichkeiten oder den imagebonus in japan erfolgt. und wenn die hiesigen labels weiterhin pennen, dann wissen wir bescheid, wohin die reise geht.

live: kikagaku moyo, tomokawa kazuki, boredoms, MWAM

die liste wirkt auf den ersten blick wie die resterampe zum vorherigen megapost, was aber weniger an der qualität der musik, als an den wild verstreuten terminen liegt. kurz weil müde, aber bevor jemand was verpasst weil ich mich zu lange durch youtube gekramt habe…

kikagaku moyo waren mir neu, scheinen sich mit ihrem psychedelischen sound aber in europa durchaus heimisch zu fühlen und spielen dieses jahr wieder eine sehr ausgedehnte tour. die daten im deutschsprachigen raum sind folgende:

01.06 HAMBURG,DE – Hafenklang
10.06 INNSBRUCK,AT – HIGH TIMES HASENHEIDE
11.06 LUCERNE,CH – Südpol Luzern
29.06 VIENNA,AT – ARENA WIEN
01.07 LEIPZIG,DE – TANZCAFÉ ILSES ERIKA
02.07 LÄRZ,DE – Fusion Festival
(quelle)

und die menschen von struppigtanzen, denen wir schon acid mothers temple und hijokaidan zu verdanken hatten, holen diesmal tomokawa kazuki nach leverkusen. wer folk mag und am 5.6. zeit hat, hier entlang.

die boredoms waren auch schon länger nicht hier, da hab ich allerdings nur einen auftritt auf einem schweizer festival zu vermelden. sorry.

und der blick ins nähere und fernere ausland:

man with a mission haben schon vor einigen tagen ihren auftritt auf der japanexpo in paris angekündigt, jetzt kamen weitere termine nach. leider nix in deutschland, aber london und paris sind mit einzelshows dabei, ebenso ein festival in finnland.
bonusinfo: sie spielen im september auf dem knotfest in kalifornien – und ich habe laut genug rumgeheult, auch SiM bekommen da ihren ersten auslandsauftritt! yes!

für high and mighty color fans eventuell interessant: drummer und basser sind mit ihrem neuen projekt INKT für einen termin in frankreich. scheinbar mit einer neuen feldwaldundwiesen-agentur, aber hauptsache es gibt VIP-tickets, weil sie auch einen ex-johnny dabeihaben. (bitte beginnen sie nun zu kreischen.)

live: von b wie balzac bis t wie toe

bier is auf, gehen wir die massive konzertliste an! die metalcore-welle rollt und ich sitze weiterhin daneben und warte darauf, dass mit ihr mal ein paar meiner lieblinge herüberschwappen. SiM, wie wärs, so statt der yokohama arena?
allerdings, ein wirkliches highlight steht für mich auch außerhalb japans an: kemuri (tourtrailer vom letzten jahr) kommen nach england und spielen zusammen mit less than jake vier shows! us-touren gehören für sie ja zum guten ton, deswegen haben sie da gleich noch eine mit angesagt, aber das wird der erste europabesuch seit den 90ern, vielleicht das erste experiment seit der reunion. sie sind eine großartige liveband, tickets sind mit 10 pfund spottbillig, oktober ist lang genug hin – falls noch jemand interesse am skapunk und die show in london im blick hat, bitte melden!

aber zu den terminen im deutschsprachigen raum. ich versuche, chronologisch zu sortieren, mich kurz zu fassen und verlinke diesmal die videos lieber, damit kein browser abschmiert.

BALZAC (aktuelles release) beehren uns in ein paar tagen endlich wieder! es gibt nur drei tourstopps, die sind aber alle in deutschland. die beiden soloshows kosten jeweils 13 euro, das WGT hat noch karten an der abendkasse. horrorpunkspaß vom feinsten, aber das muss ich wohl niemandem mehr erklären. hannover wär fast nen versuch wert, wenn ich nicht alleine hinregionalbahnern müsste.

13.05 Molotow Hamburg
15.05 Cafe Glocksee Hannover
16.05 Wave Gotik Treffen Leipzig
(quelle)

coldrain sind mal wieder unterwegs, haben es aber immer noch nicht geschafft, ihre musik zu ent-gema-blocken, also uraltvideo hier. folgende erreichbare termine gibt es noch, wenn ihr metalcore mögt und um die 30 tacken überhabt:

2016.05.13 – GERMANY HAMBURG / HEADCRASH
2016.05.14 – GERMANY BERLIN / COLUMBIA THEATRE
2016.05.15 – GERMANY KOLN / LUXOR
2016.05.16 – GERMANY MUNICH / STROM
2016.05.17 – GERMANY ESSEN / ZECHE
(quelle)

ebenfalls bereits in europa sind die funkigen menschen von osaka monaurail (live). wäre am 21. gern wieder dabei, mal sehen, ob das klappt. den preis fürs stahlwerk haben sie mittlerweile von 30 (?!?) auf 12 euro korrigiert. fragt mich nicht, warum, beschweren tu ich mich nicht.

18.5. Mojo Club Hamburg
19.5. Tausend Berlin
20.5. Soul Food Frankfurt
21.5. Soul Komplex (Stahlwerk) Düsseldorf
(quelle)

kurz darauf hätten wir plasticzooms mit ihrer eurotour, die neben berlin noch einen termin in köln enthält. auch wenn sie in ihrem neuen video mehr tumblr als tumblr sein wollen, für 10 euro kann man sich das mal geben, wa?

22.5. yard club köln
2.6. marie antoinette berlin(quelle)

wer one ok rock noch nicht über hat, die spielen auf dem rock am ring / rock im park sowie zwei termine in leipzig und münster. tickets um die 30 euro. hach, skaters palace, damals…

31.5. conne island leipzig
3./4.6. RAR / RIP
8.6. skaters palace münster
(quelle)

erstmals in europa sind i promised once, obwohl die band eine zusammenarbeit von japanern und deutschen ist. previewtrack vom neuen album hier, wer eben bei coldrain aufgehorcht hat, wird hier auch reinhören wollen. termine sind die folgenden, ab 16 euro seid ihr dabei:

09 June – Germany, Cologne @ MTC
11 June – Germany, Hamburg @ Headcrash
12 June – Germany, Berlin @ Marie Antoinette
18 June – Germany, Munich @ Garage Deluxe
19 June – Austria, Vienna @ Aera
(quelle)

deutlich klassisch metallischer (videobeweis) geht es weiter mit loudness, die für einige festivals anrücken und neben wacken und dem event mit dem schönen namen BÄÄÄM auch soloshows angekündigt haben.

8.6. flensburg
13.6. hamburg
14.6. bochum
(quelle)

und dann sind da toe, die (meines wissens) erstmals deutschland mit eingeplant haben! hier könnt ihr ins aktuelle album reinhören, wenn euch der sinn nach was ruhigerem, anspruchsvollerem steht. köln kostet nen zwanni und steht schon im kalender!

16.8. bi nuu berlin
17.8. club bahnhof ehrenfeld köln
22.8. dynamo zürich
(quelle)

schließen wir ab mit terminen in weiter ferne: der herbst ist traditionell monos jahreszeit! wieder gebäude 9, wieder mit dabei, würd ich mal mutmaßen. aktuelles video hier.

Oct 27, 2016 // Beatpol // Dresden, DE
Oct 29, 2016 // Strom // Munich, DE
Oct 30, 2016 // Gebaude 9 // Cologne, DE
Oct 31, 2016 // Jubez // Karlsruhe, DE
Nov 1, 2016 // Salzhaus // Winterthur, CH
Nov 21, 2016 // Uebel & Gefährlich // Hamburg, DE
Nov 27, 2016 // Binuu // Berlin, DE
Nov 30, 2016 // Szene // Vienna, AT
(quelle)

so, da sollte ja wohl für jeden was dabeisein!

reisebüro rocknrailpass: internet is needed

frisch aus den fernen weiten zurückgekehrt geht die serie weiter! viele der infos, die nun folgen, sind also aktuell (stand 2016-04), können sich aber immer wieder ändern. wenn ihr jetzt schon plant, aber erst in nem jahr fliegt, schaut vorher also besser selber nochmal nach, wie die lage ist.

den flug habt ihr gemeistert, japanischen boden unter den füßen. euer erster gedanke ist….richtig, OMG INTERNET WO?!?

fürs erste tuts das flughafen-wlan (narita, haneda). dinge zur sicherheit in öffentlichen wlans muss ich hoffentlich keinem mehr erklären. im weiteren verlauf der reise gibts auch mittlerweile einige feste anlaufstellen für gratis-wlan. mein standard war 7/11 und starbucks, in beiden fällen müsst ihr euch aber vorher kurz accounts anlegen, spammail reicht. eine komplettere liste findet ihr hier, gerade die apps sind aber sehr info-hungrig, in einigen fällen tauscht ihr internetzugang gegen infos von eurem pass – dass datenschutz an einigen ecken der welt größer geschrieben wird als in japan hat da scheinbar noch keiner gemerkt. ist aber wie überall im leben – pick your poison. auch, wenn ich mich hier dagegen entscheide, nutze ich z.b. doch eine suica.

wie ein vollwertiger mensch fühle ich mich aber erst, wenn mein handy eine durchgehende internetverbindung hat. früher war das mehr als problematisch, aber heute gibt es auch an touristen frei verkäufliche SIMs – allerdings nur für den datenverkehr. telefoniegesetze und dinge verhindern den kauf einer regulären SIM wie ihr sie von zu hause kennt, also mit telefonie- und SMS-funktionen. also bleibt euch nur die daten-option, die aber in zeiten von messengern und IP-telefonie auch schon sehr viel wert ist. ob alles reibungslos funktioniert, hängt von eurem smartphone ab. auf der sicheren seite seid ihr mit einem LTE-fähigen gerät. ältere modelle werden wahrscheinlich probleme mit den exotischen 3G-frequenzen bekommen, deswegen würde ich mir in dem fall einen SIM-kauf überlegen und lieber auf wlan ausweichen.

welche karte genau es werden soll, müsst ihr nach euren anforderungen entscheiden, das angebot wächst momentan stetig. ich war dieses jahr mit der iijmio 2GB-karte unterwegs (2gig auf 3 monate verteilt, docomo-netz). es gibt eine menge pakete mit 7-30 tagen gültigkeit, die ich mir gar nicht weiter angeschaut habe, aber unter den längerfristigen war das die, der das internet die besten geschwindigkeiten attestierte. kostenpunkt um die 3800 yen, 500mb zusatzguthaben kosten 1500, 2 GB widerum 3000. die 14 tage gültigen karten gibt es scheinbar an allen flughäfen, die länger gültigen widerum nur im yodobashi oder bic camera etc, liste siehe hier.
mit meinem nexus 5 (auf 4.3, steinigt mich) lief die SIM, speed war überall bestens, einzig der akku hat durch die bei aktuellen systemen wohl behobene cell standby-problematik mehr gelitten als in deutschland.

meine daten gingen hauptsächlich für googlemaps drauf, denn die kann man für japan nicht vorab runterladen. davon abgesehen aber mit die empfehlenswerteste app – macht sie mal in nem bahnhof oder kaufhaus auf, ihr werdet staunen, wie genau man damit mittlerweile navigieren kann, wenn der kompass richtig kalibriert ist. weiterhin vielgenutzt: line und twitter für kommunikation, wildes scrollen und konzerttickets, skype plus guthaben für dringende anrufe, sowie die yahoo bahn- und warnapps für infos, wo und wie umzusteigen ist, sowie alle arten von wetter/naturkatastrophen-frühwarnung. beide gibt es leider nur auf japanisch, sie sind aber so gut gemacht, dass ich sie zumindest vorschlagen will. genaue angaben, ob man besser vorn oder hinten in eine bahn steigt, um den umstieg zu beschleunigen? das sind die extrafeatures, die ich möchte! eine deutschsprachige alternative für erstere könnte bald citymapper sein, wenn sie für tokyo die beta verlässt. wenn jemand eine gute englischsprachige warnapp kennt, trag ich die gerne nach.

linkmix

bin wieder da – räumen wir mal die linkliste auf. konzertupdates sind auch in arbeit, versprochen!

space shower tv hat das internet gefunden und lädt jetzt selber dinge bei youtube hoch, unter anderem eine serie zu livehouses. das shindaita fever ist relativ neu, ich war im märz zum ersten mal da, um die neue band von telephones-ishige und nobu zu sehen. und endlich endlich nakamura koji, der auch prompt cream soda zockte. eventuell bin ich an der stelle ein wenig ausgerastet. aber zum fever: bisschen hipsterig mit dem cafe (der name wird mich immer amüsieren, niveau undso), bis auf den abstrusen lockerpreis (600yen wofür?!) hat es mir gut gefallen. wer reinschauen mag, hier ist das video und ja, es hat englische subs!

★ aus der kategorie FYI: crossfaith empfehlen in einem britischen musikmagazin hörenswerte japanische bands. geht von den üblichen verdächtigen aus ihrer eigenen ecke bis hin zu not wonk, die mir in ihrer fuzzy dudeligkeit durchaus hörbar erscheinen.

‚jetzt sind sie wirklich wie exile‘: ein japanischsprachiger, aber durch die hörbeispiele sicher auch ohne sprachkenntnisse nachvollziehbarer artikel, der auf überraschend diplomatische weise alte und neue werke von one ok rock miteinander vergleicht. frühere ansätze seien eher wie zu hause im backofen gemachte kartoffelchips, amateurhaft und ungleichmäßig, die jetzigen releases im vergleich dazu perfekt produzierte chipstar (wie pringles) – zwei vollkommen unterschiedliche produkte. laaaser-exile stellen sich letztenendes aber doch als nochmal andere kategorie heraus.

★ perfekter anschluss in sachen oneok bzw. populärem musikmarketing in japan: die nikkei scatterplots, die ihrem talent / artist power ranking zugrunde liegen. bei den künstlerinnen kann man es eh großteils vergessen, weil alles überflutet ist mit idols und schauspielern, aber bei den künstlern sind einige nennungen interessant.
zur erklärung: die horizontale achse misst den bekanntheitsgrad („name und gesicht sind mir bekannt“), die vertikale das interesse („möchte ich sehen/hören/wissen“) der befragten. fernsehen als traditionelles medium ist immer noch die stärkste kraft in japan, also sind abgesehen von ein paar sonderfällen im pay-musiktv alle uns relevant erscheinenden künstler, die keine millionseller der 90er darstellen, auch außenvor bei den rankings. wenn es aber eine band / ein musiker doch hineinschafft, wirds daher interessant. auf der einen seite haben wir fails wie gesu no kiwami otome, die nach dem skandal mit ihrem sänger und becky zwar jedem was sagen, die aber mittlerweile leider, leider keiner mehr hören mag. und dann sind da oneok, unison square garden, alexandros, kana-boon und man with a mission in der next break zone (blau), die bereits einige werbeverträge einstreichen konnten und überraschend präsent sind auf den straßen. ob uns da langsam eine zeitenwende bevorsteht? oder habe ich nur zu viel hey hey neo gekuckt und bevor da irgendwas wird, ist es längst weichgespült?

yellow studs – door

live: bo ningen, plasticzooms, dj krush

es stehen einige touren bevor (yey), die ich allesamt verpassen werde (meh). hab trotzdem drei empfehlungen parat! nur kurz, weil auf dem sprung, aber hierüber wurde mir eindeutig zu wenig berichtet. sagt mal leuten bescheid, damit nicht am ende alles voller weinschorletrenchcoathipster und wdrfernsehenweltbürger ist.

beste news voran: bo ningen touren im märz endlich ausführlicher in deutschland, als support von savages. wenn da irgendwas in der nähe ist, hin da. ob sie durchgehend gemeinsam jammen wie hier oder ob es getrennte auftritte (solo-beispiel hier) werden, weiß ich nicht, aber es wird sich lohnen.

Thu. 3rd – Cologne, Germany, Luxor
Wed. 9th – Hamburg, Germany, Knust
Thu. 10th – Berlin, Germany, Berghain
Fri. 11th – Munich, Germany, Strom
Tue. 15 – Zurich, Switzerland, Dynamo

alle tourtermine hier

dann hätten wir ein event in berlin, das neben alten bekannten (gothika und dj sisen) nun auch plasticzooms angekündigt hat. heißt yomi no utage, läuft am 25.3. im urban spree, kost nen zehner. wer auf die anderen artists keinen bock hat: weitere tourtermine der zooms bis in den april hinein findet ihr hier. sie verlassen erstmals berlin! (um nach warschau zu fahren aber hey.)

dj krush beehrt uns ebenfalls wieder, der solarpinguin vermeldet folgende termine:

09.03.16 D-Heidelberg – Karlstorbahnhof
10.03.16 D-Leipzig – Werk 2
11.03.16 D-Berlin – Gretchen
12.03.16 D-Hamburg – Mojo

soweit! genießen sie und grüßen sie unbekannterweise, ich werd das ebenfalls tun!

reisebüro rocknrailpass: der flug nach japan

ich hab schon lange überlegt, hier ein paar japanreiseposts zu ergänzen, einfach weil ich spass dran habe und mir immer wieder fragen zu dem thema begegnen. jetzt kam spontan ein weiterer grund dazu – ich fliege tatsächlich bald wieder rüber, das ist mittlerweile mein siebter japantrip. falls euch die (weit)reiserei noch neu ist, hier erstmal ein basics-post, wie ihr euren hintern unfallfrei ins land bekommt. alles andere dann später. wenn jemand fragen hat, immer her damit.

zuallererst: ein flug muss her. beispiel tokyo: von einigen deutschen flughäfen kann man direkt fliegen, beispielsweise von düsseldorf mit ANA / lufthansa, frankfurt und münchen werden von JAL bzw. lufthansa angeflogen. das dauert meist so um die 11 stunden. länger, aber nicht zwingend schlechter unterwegs ist man mit einem umsteigeflug. ihr könnt (und solltet – mehr auswahl!) zwar nach flügen nach tokyo (TYO) suchen, steht dann aber vor der wahl zwischen zwei flughäfen: narita ist das hauptziel für internationale flüge, liegt aber 60km weg von tokyo in chiba-ken. haneda ist direkt in ota-ku in tokyo und wird seit 2010 auch wieder verstärkt weltweit angeflogen. gut angebunden sind beide, welcher euch besser in den kram passt, müsst ihr je nach ankunftszeit, endgültigem reiseziel und preis entscheiden.
eine alternative wäre die reise nach osaka (KIX), wenn ihr euch eher im westen des landes aufhalten wollt. damit habe ich bisher allerdings keine erfahrungen.

was kost der spass? ab 600 euro in der economy class, ANA/LH und JAL haben immer mal sonderangebote ab 550 zu gewissen konditionen, also checkt neben dem preisvergleich auch die airline-websites. alles weit darunter hat meist einen haken (unpraktische umstiege, lange reisedauer) – für unerfahrene aus meiner sicht eher nicht empfehlenswert. auch innerhalb der economy gibt es preisunterschiede je nach buchungsklasse. die gründe dafür sind komplex (1, 2), wichtig zu wissen ist: preise verändern sich je nach verfügbarkeit, ein günstiger preis bedeutet in der regel eine besondere buchungsklasse. die ist meist weniger flexibel als die standard-economy: der flug ist häufig nicht oder nur gegen aufpreis umbuchbar oder – wenn überhaupt – stornierbar. hier als beispiel die bedingungen bei JAL. ist in sich kein drama, aber nehmt den kram zur kenntnis und bucht euren anforderungen entsprechend.

flugpreisvergleiche gibt es überall, google flights hat coole preisdiagramme und kram. ich verschaffe mir so einen überblick und buche (sofern möglich) dann über die seite der airline, mit der ich fliegen will. die verkaufen mir den flug und nicht noch eine reiseversicherung für meinen imaginären hund obendrauf. außerdem sehe ich so direkt die buchungsklasse und die bedingungen und kann mir schon einen guten sitzplatz sichern.

okay, das ticket ist da? damit und mit einem (gültigen!) reisepass kanns eigentlich schon losgehen. ich kenne leute, die noch ihr portemonnaie und ein paar wechselsocken einstecken und so ausrücken. wieder andere nehmen gleich den ganzen haushalt mit. wenn euch die paranoia plagt, sucht euch superdetaillierte packlisten wie diese (pdf). egal wer ihr seid, diese drei fragen vor start geklärt zu haben, macht für jeden sinn:

  • wie bezahlt ihr? ich empfehle eine maestro- oder kreditkarte zum geld abheben. bar-umtausch oder travellers cheques sind umständlich und teuer, direkt am automaten (z.b. in der postfiliale) kriegt ihr am günstigsten bargeld. kartenzahlungen sind nicht weit verbreitet in japan. achtung: ec-karten des vpay-systems funktionieren nur in europa. maestro-karten werden angenommen, wurden aber auch schon eine zeit lang von einigen japanischen banken ohne große vorankündigung blockiert. visa- und mastercard-kreditkarten funktionieren problemlos. für alle karten gilt: prüft, welche gebühren anfallen, besorgt euch ggf. zusätzlich zur karte der hausbank noch eine reisekreditkarte. eine übersicht zu günstigen karten und weitere tipps für den einsatz findet ihr z.b. hier.
  • was ist mit eurer technik? ein umstecker (typ A, wie USA) ist pflicht. wenn ihr den an eine (kleine) mehrfachsteckdose hängt, braucht ihr wirklich nur genau einen. bevor ihr allen elektro-kram in den koffer werft, schaut mal drauf, ob er auch mit der niedrigeren japanischen netzspannung von 100~120V funktioniert. handy- oder laptop-netzteile sind flexibel ausgelegt, föhns und andere stylingtools für gewöhnlich nicht. da muss also ggf. ein reiseexemplar her.
  • wie wird das wetter vor ort? japan hat nicht nur vier jahreszeiten (ooh aah), sondern vier wettertechnisch verschissen unterschiedliche – checken und entsprechend packen. mein lieblingswetter ist das von tenki.jp, englischsprachig z.b. das der JNTO.

na dann auf zum flughafen! damit da auch in eurem ersten anlauf alles glattgeht, ist hier eine beschreibung des ablaufs und hier ein wenig rantige ratschläge eines vielreisenden. da werden viele fragen beantwortet, für alles andere konsultiert die website eurer airline. was das handgepäck angeht, kommt ihre auflistung (youtube) meinen eigenen gedanken relativ nahe. einigen wird schon das zu viel sein, ich nehme zusätzlich noch gammelklamotten für den flug mit und ziehe mich hinterher wieder um.
dann heißt es stillsitzen, schlafen, essen. muttimodus: bleibt locker angeschnallt, seid nett zum personal und den mitreisenden. manchmal ergeben sich interessante gespräche (architekturstudentin, die in tokyo im park gepennt und mit metallica gesoffen hat, ex-mitglieder der afghanischen regierung…). manchmal wollen die leute aber einfach nur ruhe haben und pennen.

vor der landung gibt es ein formular, in dem ihr eintragen müsst, dass ihr auch garantiert keine schwerter, drogen, dinge dabeihabt. um das ding auszufüllen, ist es ratsam, einen stift und die adresse eures wohnortes in japan griffbereit zu haben. klingt lustig, aber es gibt einige dinge, bei denen der japanische zoll und später die polizei keinen spass versteht. lest mal über die zollbestimmungen, versuchts erst gar nicht mit gras (wird gleichwertig mit harten drogen behandelt) und ähnlichen dingen, checkt bei verschreibungspflichtigen medikamenten ggf. die lage mit der botschaft.

gelandet – ab zur einreise. spezialfeature hier sind die fotos, die von jedem besitzer eines nichtjapanischen passes gemacht werden. die schwierigkeit wird weiter gesteigert, indem sie parallel auch fingerabdrücke nehmen. resultiert in sehr athmosphärischen aufnahmen. herzlichen glückwunsch, ihr seid nun ein alien und japan erwartet euch!

live: afoc, tricot, one ok rock, plasticzooms

frohes neues! hoffe silvester habter gut überstanden, ommas rollbraten abtanzen geht zu folgenden gelegenheiten:

a flood of circle kommen anfang februar für zwei lives – allerdings nur nach london. die basserin kennt man eventuell von den tokyo pinsalocks. meine kurzbeschreibung wäre „getting better band von der garagigeren sorte“, wer irgendwas zwischen TMGE, bawdies und maries hört, wird sie wohl mögen.  wird nen blick wert sein, wenn man denn auf der insel ist.
eine längere, aber für NRW-ler nicht weniger beknackte eurotour spielen tricot. wobei: sie nähern sich! vorher wars noch die slowakei, jetzt sind immerhin berlin, hamburg und linz dabei:

Fri 18.Mar.2016 stadtwerkstatt (Linz, Austria)
Wed 23.Mar.2016  Urban Spree (Berlin, Gemany)
Thu 24.Mar.2016 Hafenklang (Hamburg, Germany)

wer in den letzten jahre irgendwelche größeren festivals der fernen weiten besucht oder aufnahmen gesehen hat, sollte keiner weiteren erklärung mehr bedürfen. mathematik und freude in einem satz.

das erste europakonzert der plasticzooms scheint erfolgreich gewesen zu sein, denn sie legen nach. alles weiterhin an ihrem aktuellen wohnort berlin, die genauen termine gibts hier.

randnotiz: one ok rock spielen dies jahr das rock am ring / rock im park. die offizielle seite hat noch nix, meldung kam via jpopasia.

der sonderplatz für den besten festivalnamen geht an das chiwacken festival in….chiba-ken. yep. auch das lineup kann sich sehen lassen, mit HPP, tokyo yankees, saber tiger etc.. (danke kira!)

♫ afoc – the beautiful monkeys

linkmix

★ wieviel kulturellen schaden tokyos marodierende schlipsträger anrichten können, wurde mir beim lesen dieses artikels über die visuelle identität der olympischen spiele wieder bewusst. denn nein, auch nach dem hässlichen plagiat, das den ersten logo-vorschlag darstellte, wird es nicht wirklich besser. die denken sich einfach immer neuen scheiss aus. das einzig positive, das ich bisher an den spielen finden kann, ist, wie offensichtlich einige probleme durch sie werden.

★ liegt ein bisschen außerhalb meiner kompetenzen, aber ich wollts euch nicht vorenthalten: hier ist ein artikel, der die frage, was es in korea abseits des k-pop-zirkus noch gibt, zu beantworten sucht. bonuspunkte für soundbeispiele und den begriff ’special-k‘. wildes klicken bei youtube ließ mich bei diesem nostalgischen album aufenden. (hat den jott am bass, kaz an der gitarre und ina war fürs arrangement zuständig, siehe hier.)

dieses interview zu neo street-kei ist schon etwas älter und der look auch nix neues, wenn ihr auch nur mit einem halben auge nach harajuku schielt. interessant ist aber, dass internationale inspirationsquellen im jahr 2015 noch so betont werden. der filter der zeitschriften ist auch dann noch stark, wenn angeblich alle solche leitmedien gegen das weite internet getauscht haben.

★ passt ganz prima als beispiel für die eigenhändige stilbildung durch modezeitschriften und erklärt ganz nebenbei den uniqlo-look: meister marxy über ivy und japanische männermode. (hab das dazugehörige buch tatsächlich noch nicht gekauft, hoffe sie erkennen mir meinen fanclub-ausweis nicht ab…)