Kategorie: linkmix

linkmix

★ der hotei war zu besuch in irgendeiner fernsehsendung und neben einigen wohl eher für fans und gitarristenmenschen interessanten erklärungen, warum er so klingt wie er klingt, springt mal 34 minuten rein. er verpasst beim zweiten (!) anschauen diversen randomen filmszenen eine musikalische untermalung und es. ist. episch.

★ dann waren da noch hi-standard, die vor zwei wochen einfach mal ohne jegliche vorwarnung ein minialbum rausbrachten. keine werbeplakate, keine übermäßig kurzen youtubetrailer, keine auftritte in den anderthalb verbliebenen fernseh-musiksendungen und auch (noch) keine verwendung als werbejingle für irgendeinen bier-ersatz. meine twitter-timeline fiel vor schreck hintenüber, rannte gen plattenladen (streaming und youtube-releases lassen bis zum 26. auf sich warten)  und stand teilweise schon vor leeren regalen. dieser sponichi-kommentar erklärt sich die beliebtheit mit der damit für viele verbundenen nostalgie, platten allein nach cover und ohne reinhören zu können zu kaufen. aber: während die erinnerungen an die wilde jugend ohne das internetz sicherlich ihren beitrag zum hype leisten, ist another starting line immer noch das erste release seit 16 jahren. trotz alledem spielen hi-sta schon seit 2011 wieder, haben ihr eigenes festival wiederbelebt und headlinern andere. da fragt keiner, wer das ist und was die wollen, weil das alles fuffzehn jahre her ist. die haben geholfen, ihre szene aufzubauen, als künstler, produzenten, labelinhaber, also brauchen sie keine strategischen tv-auftritte und werbekollaborationen, um in der ersten woche ein paar hundert platten über die ladentische zu schieben. soll nicht heißen, dass es allen „unabhängigen“ bands in japan prima geht, zeigt aber schön, dass es auch in der als plastikpop-diktatur verschrieenen musikszene ganz handgemacht zugehen kann.

SiM waren ende september zu besuch auf der amerikanischen edition des knotfest und haben das dokumentiert (mit englischen subs!). erstes US-konzert für eine band, die in japan massiv gepusht worden ist in den letzten fünf jahren – wenn man sich das anfängliche scheitern von MWAM hierzulande betrachtet, während sie drüben gerade den budokan ausverkauft hatten, hätte es parallelen geben können. SiM hatten aber mehr glück (?), denn ihre fanschar ist zwar klein, geht aber ordentlich ab.

★ achja, apropros ausland: sicher is noch nix, aber kira fand diesen post von rage tour auf fb, welcher ankündigt, dass eine EU tour von maximum the hormone für 2017 in planung sei! theoretisch können sie bald wieder, naos zweites kind ist mittlerweile geboren, aber diese info, ohne vorher auch nur eine ankündigung für japan gehört zu haben? wenn sie stimmt. aaaaah.

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hab einen neuen nachbarn, der bei der hitze nix besseres zu tun hat, als seine lärmempfindlichkeit durch lautes geschrei zum ausdruck zu bringen. also fenster auf, musik laut und linkmix!

★ wichtige wissenschaftliche analyse: jemand hat kanaboon langsamer und ajikan schnellergedreht und findet heraus, dass die jeweiligen sänger eigentlich eine person sein müssen.

★ wenn gerade jemand über mode und ihre ungeschickte aneignung von subkulturellen elementen lästert, dreht es sich am ehesten um die skaterszene. verwirrender find ich die aktion von McQ, dem diffusion-label von mcqueen: sie haben sich bo ningen als models für die neue kampagne gebucht, die von irgendeiner clubszene der 70er in shinjuku inspiriert sein soll. welche genau das sein soll ließen diverse artikel offen, dieses i-d interview benennt schließlich die fuuten-zoku. um das zu illustrieren, nhk bericht von damals, erste hälfte dieses artikels (jp, pdf, englisches abstract am ende). anstelle einer clubkultur seh ich da eher ungewaschene junge leute, die ihre schockwirkung in zeiten des wirtschaftsbooms im tatenlosen, zugedröhnten herumgammeln auf öffentlichen plätzen fanden, bis sie spätestens 69 durch den umbau des bahnhofs verscheucht wurden. im westen tokyos wurde in dieser zeit sicherlich kulturell viel experimentiert, woraus zahlreiche einflussreiche künstler hervorgingen, aber ich denke, da hat das designteam auf der suche nach einem exotischen namen danebengegriffen. bei der wahl der repräsentanten irgendwie auch – ich freue mich über alle aufmerksamkeit, die diese großartige band bekommt und ihre mächtigen haare allein rechtfertigen ein modeshooting. allerdings: nachfragen zu den „great shinjuku futens“ lösen bei ihnen nur unverständnis aus.  klingt seltsam, wenn gerade die mir erzählen wollen, nix mit psychedelia zu tun zu haben, aber in diesem aktuellen interview mit der japan times erklären sie zumindest, japanische underground-musiker erst im westen kennengelernt zu haben, weil sie in japan einfach nicht so bekannt sind. hm.

hier hat sophie knight die ganze kawaii-geschichte einmal aufgewärmt und schlägt damit – leider immer noch nur die kinsella aus den 90ern zitierend – einen bogen zu pokemon go. niedlichkeit als rebellion wird zu niedlichkeit als eskapismus. die welt ist schlecht und deswegen jagen wir lieber pikachus als der bedrohung durch gleichermaßen gelbe vogelscheuchen-politiker ins auge zu sehen. kann man machen – man könnte allerdings auch differenzierter an die sache herangehen, gerade wenn man japan kennt.
zum einen: die verarbeitung von größeren gesellschaftlichen veränderungen und problemen durch hinwendung zur popkultur hat uns, wenn wir schon von japan sprechen, die kreative boomphase der 90er und frühen 00er gebracht. die wird allerseits gelobt für populäre, aber eben nicht hirnlose werke. also nicht zwingend gleich abschottung und bloßnichtdrübernachdenken. ich glaube außerdem nicht, dass alle japaner dem medium der (offiziellen) maskottchen gegenüber gleichermaßen unkritisch sind: war pipo-kun nicht das ding, was alle gedisst und karikiert haben? und warum haben wir leute wie den murakami oder auch die ganzen yurukyara, die doch eher ein meta-verständnis des ganzen niedlichkeitsgeraffels verlangen?
klar lenkt pokemon go den blick weg von harten nachrichtenmeldungen, aber es bläst doch einer gesellschaft nicht kollektiv das hirn raus, nur weil es niedlich ist…seit den 90ern. außerdem, gleichzeitig subtil über sommerlochjournalismus zu motzen, mitzumachen und obendrein noch computerspiele und verdummung zu beweinen – das gibt ein klischee-fleißbienchen.

★ und weil wir noch nicht genügend lange artikel hatten (nein ohne scheiss, der ist gut!): yamanote vs. shitamachi – wieso wirken azabu juuban oder aoyama so schick und wieso nakano oder shinjuku so rumpelig und heruntergekommen? eine coole stadtgeschichtliche analyse, die macht, dass ich noch mehr als eh schon wild herumlaufen will in tokyo.

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★ coole aktion: dieser podcast hat hayato von meaning interviewt. jep, alles englischsprachig! das format kann man mögen oder nicht, der moderator hört sich gerne labern, aber springt wie verlinkt fünf minuten ins video rein und es wird interessant! typ hat einige zeit in den staaten gelebt, ist aber gleichermaßen mit hi-standard und kram aufgewachsen, hat es mit seiner band zu pizza of death geschafft und kann diesen teil der japanischen musikszene aus insider-sicht beleuchten – livehouses, songtexte, imagepflege. vielleicht die bessere methode, das ganz zu hören: die audioversion in eure podcastapp packen und in der bahn konsumieren.

★ um meine seltsame begeisterung für produktdesign und werbung zu repräsentieren: ich hab eine wunderbare timeline mit vielen vielen KDDI-galapagos-handymodellen gefunden. dann habe ich die schönsten werbespots, die je für einen billigsupermarkt gemacht wurden, geschaut. denn es sind nicht irgendwelche: zum einen werben sie für den seiyu, der allen menschen billige senbei und schnaps, aber auch das beste reduzierte fertigessen bietet. je nach location kommen noch die besten durchen gestalten der umgebung hinzu – ist immerhin ne tochterfirma von walmart. zum anderen sind die spots aber großartig, weil sie von AC-bu kommen. einige kennen sie von diversen group_inou PVs und einmal gesehen, vergisst man den stil nicht so schnell wieder. wenn ihr nur die wahlwerbung der stadt tokyo kennt, die das internet vor kurzem rauf und runterdiskutiert hat – popkulturbonus hier die verwendung der neuesten harajuku-tarento – holt das mit den PVs dringend nach!

★ wenn man mir hier konstanz vorwerfen möchte, kann man das in drei themenbereichen tun: konzertinfos, gemeckere über cool japan und gemeckere über babymetal und OOR. und da letztere punkte neuerdings echt zu kurz gekommen sind, lassen wir sie mal kurz wieder aufleben. hier ist eine gute abhandlung über das babymetal-problem aus der sichtweise eines metalfans – und nein, sie reduziert sich nicht darauf, ob das, was wir da hören echter, würdiger metal ist, sondern denkt über auswirkungen nach. (meine erste hoffnung, songwriter und musiker könnten beachtung finden, war natürlich vergebens.)

dann war da noch dieser sehr treffende konzertbericht zu oneok in luxemburg: „… als angenehm anzuhörende und anzuschauende Lieblingsband für Otakus, J-Pop-Aficionados und Gelegenheits-Musikhörer funktionieren sie allerdings bestens„.

diesmal drüben festgestellt und gültig für beide gruppen: es war naiv zu vergessen, dass man in japan all das, was erfolg im ausland hat, gleich zehnmal besser verkaufen kann. insbesondere, wenn unklar ist, welche qualitäten diesen erfolg überhaupt ausgelöst haben könnten, ninki ninki tralala. wenn US-/EU-abenteuer ein weg sind, guten künstlern auch in den fernen weiten (mehr) gehör zu verschaffen und ihnen bei der weiterentwicklung helfen, mache ich mich als ausländischer fan natürlich gerne nützlich. andersherum geht es mir aber gehörig auf den sack, wenn die auswahl der bands nur noch optimiert auf cooljapan-einnahmemöglichkeiten oder den imagebonus in japan erfolgt. und wenn die hiesigen labels weiterhin pennen, dann wissen wir bescheid, wohin die reise geht.

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bin wieder da – räumen wir mal die linkliste auf. konzertupdates sind auch in arbeit, versprochen!

space shower tv hat das internet gefunden und lädt jetzt selber dinge bei youtube hoch, unter anderem eine serie zu livehouses. das shindaita fever ist relativ neu, ich war im märz zum ersten mal da, um die neue band von telephones-ishige und nobu zu sehen. und endlich endlich nakamura koji, der auch prompt cream soda zockte. eventuell bin ich an der stelle ein wenig ausgerastet. aber zum fever: bisschen hipsterig mit dem cafe (der name wird mich immer amüsieren, niveau undso), bis auf den abstrusen lockerpreis (600yen wofür?!) hat es mir gut gefallen. wer reinschauen mag, hier ist das video und ja, es hat englische subs!

★ aus der kategorie FYI: crossfaith empfehlen in einem britischen musikmagazin hörenswerte japanische bands. geht von den üblichen verdächtigen aus ihrer eigenen ecke bis hin zu not wonk, die mir in ihrer fuzzy dudeligkeit durchaus hörbar erscheinen.

‚jetzt sind sie wirklich wie exile‘: ein japanischsprachiger, aber durch die hörbeispiele sicher auch ohne sprachkenntnisse nachvollziehbarer artikel, der auf überraschend diplomatische weise alte und neue werke von one ok rock miteinander vergleicht. frühere ansätze seien eher wie zu hause im backofen gemachte kartoffelchips, amateurhaft und ungleichmäßig, die jetzigen releases im vergleich dazu perfekt produzierte chipstar (wie pringles) – zwei vollkommen unterschiedliche produkte. laaaser-exile stellen sich letztenendes aber doch als nochmal andere kategorie heraus.

★ perfekter anschluss in sachen oneok bzw. populärem musikmarketing in japan: die nikkei scatterplots, die ihrem talent / artist power ranking zugrunde liegen. bei den künstlerinnen kann man es eh großteils vergessen, weil alles überflutet ist mit idols und schauspielern, aber bei den künstlern sind einige nennungen interessant.
zur erklärung: die horizontale achse misst den bekanntheitsgrad („name und gesicht sind mir bekannt“), die vertikale das interesse („möchte ich sehen/hören/wissen“) der befragten. fernsehen als traditionelles medium ist immer noch die stärkste kraft in japan, also sind abgesehen von ein paar sonderfällen im pay-musiktv alle uns relevant erscheinenden künstler, die keine millionseller der 90er darstellen, auch außenvor bei den rankings. wenn es aber eine band / ein musiker doch hineinschafft, wirds daher interessant. auf der einen seite haben wir fails wie gesu no kiwami otome, die nach dem skandal mit ihrem sänger und becky zwar jedem was sagen, die aber mittlerweile leider, leider keiner mehr hören mag. und dann sind da oneok, unison square garden, alexandros, kana-boon und man with a mission in der next break zone (blau), die bereits einige werbeverträge einstreichen konnten und überraschend präsent sind auf den straßen. ob uns da langsam eine zeitenwende bevorsteht? oder habe ich nur zu viel hey hey neo gekuckt und bevor da irgendwas wird, ist es längst weichgespült?

yellow studs – door

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★ wieviel kulturellen schaden tokyos marodierende schlipsträger anrichten können, wurde mir beim lesen dieses artikels über die visuelle identität der olympischen spiele wieder bewusst. denn nein, auch nach dem hässlichen plagiat, das den ersten logo-vorschlag darstellte, wird es nicht wirklich besser. die denken sich einfach immer neuen scheiss aus. das einzig positive, das ich bisher an den spielen finden kann, ist, wie offensichtlich einige probleme durch sie werden.

★ liegt ein bisschen außerhalb meiner kompetenzen, aber ich wollts euch nicht vorenthalten: hier ist ein artikel, der die frage, was es in korea abseits des k-pop-zirkus noch gibt, zu beantworten sucht. bonuspunkte für soundbeispiele und den begriff ’special-k‘. wildes klicken bei youtube ließ mich bei diesem nostalgischen album aufenden. (hat den jott am bass, kaz an der gitarre und ina war fürs arrangement zuständig, siehe hier.)

dieses interview zu neo street-kei ist schon etwas älter und der look auch nix neues, wenn ihr auch nur mit einem halben auge nach harajuku schielt. interessant ist aber, dass internationale inspirationsquellen im jahr 2015 noch so betont werden. der filter der zeitschriften ist auch dann noch stark, wenn angeblich alle solche leitmedien gegen das weite internet getauscht haben.

★ passt ganz prima als beispiel für die eigenhändige stilbildung durch modezeitschriften und erklärt ganz nebenbei den uniqlo-look: meister marxy über ivy und japanische männermode. (hab das dazugehörige buch tatsächlich noch nicht gekauft, hoffe sie erkennen mir meinen fanclub-ausweis nicht ab…)

linkmix special: japanberichterstattung

in letzter zeit begegnete mir eine ganze menge guter kommentare zur japanberichterstattung im ausland, die ich nicht unerwähnt lassen will.

bbc radio brachte eine dreiviertelstündige sendung unter dem titel „misunderstanding japan“, gemacht von einem historiker mit forschungsschwerpunkt japan. der hat in den archiven gegraben und zitiert und kommentiert alles vom guten alten lafcadio hearn bis zu aktueller berichterstattung zu babymetal. wunderbar dabei: der nicht nur historisch-kritische, sondern auch aktuell selbstreflektierte blickwinkel zu dingen wie angeblichen kulturellen unterschieden. absolut empfehlenswert!

eine komplette anleitung, wie man korrekt über japan schreibt, bietet dieser medium-post. falls ihr leise zweifel hegt, dass sie korrekt sein könnte: lest wirtschaftswissenschaftlichen kram über japan oder, noch besser, ganz asien. ganze kontinente wurden selten in so simplen, gar zen-gleichen theorien zusammengefasst. und die titel! die titel!

„what not to do in tokyo“ hat nicht nur ein wunderschönes eröffnungs-foto und überaus recht damit, dass man für oberflächliche touritipps doch bitte einfach googeln soll. auch die unattraktiven attraktionen unterscheibe ich großteils. da lassen sich mit ein bisschen mühe so viel persönlich passendere ziele finden, auch ohne sprachkenntnisse!

ebenfalls tourismus, aber wieder andere blickrichtung: die von gewissen ministerien so vielpräsentierte omotenashi (oder total unjapaneezy einfach: gastfreundschaft) und die damit zusammenhängenden service-gedanken müssen auch im magischen japan nicht zwingend jedem gast zusagen. insbesondere, wenn sie maximal mit ‚das ist so, weil ganz doll japanisch‘ erklärt werden. ungefähr so japanisch wie die vier jahreszeiten, die es sonst nirgendwo gibt, wissenschon.

und abschließend der onion mit der geheimen, subversiven, total japanischen subkultur der kisha-nai. (ich gebe allerdings zu, dass ich den wortwitz nicht ganz verstehe. dann widerum lache ich eher auf dem flachen niveau der geneon-titel der zweiten lupin-season, vielleicht schrumpft mein hirn bereits.)

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3ds-besitzer frohlocket, denn smealum hat mit tubehax eine karten-lose methode gefunden, regionsbeschränkungen zu entfernen! das erlaubt euch endlich, (viele) japanische originalspiele zu nutzen, ohne noch einen japanischen 3ds dazukaufen zu müssen. teuer sind die teile gebraucht nicht mehr, aber die dummheit des regionlocks ärgert mich so sehr, dass ich aus prinzip nicht mehr ausgeben will als unbedingt nötig. (warnende anmerkung: es laufen scheinbar nicht alle spiele, vor einem kauf würd ich also erstmal ne runde googeln. beim nächsten japantrip werd ichs definitiv testen, vorher schwinge ich für die kategorie von games noch meinen alten pinken glitzer-ds lite)

★ arama erklärt die ominpräsenz von gesu no kiwami otome – und yep, auch hier hat mal wieder das fernsehen die finger im spiel, in form von space shower records. zukunftsplan: menschen mit musikgeschmack in zentrale fernsehpositionen bringen -> ??? -> profit!

★ suica und pasmo werden den meisten was sagen – aber es wäre zu einfach, wenn sich das land auf zwei formate für bahn-ic cards beschränken würde. diese wikipedia-grafik listet alle verfügbaren und erklärt gleichzeitig, welches system mit welcher karte kompatibel ist. (ich weiß, ich feiere wortwitz-produktnamen zu sehr, aber…manaca? monosugoca? großartig.)

★ eine auflistung möglicher gründe, warum japanisches webdesign auch lange nach 2000 noch schmerzhaft aussieht. wieder so ein thema, das plötzlich interessanter erscheint als das eigene.

★ noch mehr hipster als coldbrew kaffee, aber was tut man nicht für seine tägliche dosis wach: kalter grüner tee! grüner (und jasmin-)tee in flaschen ist ein ding, das ich in den fernen weiten sehr feiere und literweise zu mir nehme. da ist es praktisch, aber in deutschland wird das zum problem: der japanische supermarkt hat ihn, aber die wollen locker das doppelte für die kleinen flaschen und bieten auch keine großen an. lokale varianten sind meist für die tonne, weil sie nach nix schmecken und meistens noch gezuckert sind. selbermachen wie beschrieben? widerspricht einem der gründe, aus denen ich den kram so feiere (er ist fertig und überall verfügbar), nach der methode wäre er aber wenigstens nicht mehr warm und das ewige abkühlen fiele weg.

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★ die meldung, dass x japan nach 20 jahren wieder auf japantour gehen, war definitiv eine der größeren news der letzten zeit. für fans allerdings auf eher unerfreuliche weise: stopps und hallen sind wie erwartet, aber die ticketpreise legen bei einigen an den planungen beteiligten megalomanie nahe. die günstigsten plätze fangen bei 10.000yen (um die 70 euro) an, die nächsten kosten 12 und 13. schon ein stolzer kurs, aber bei x ist noch luft nach oben: sie bieten auch VIP-tickets an, die euch dann respektive 52.000 (370€) und 98.000yen (700€) kosten. und wenn ich mir die sitzplatz-planung so betrachte, sind das nicht ungefähr drei pro halle und tag des schock-newswertes wegen, sondern sie rechnen mit kompletten blöcken in mehreren reihen. was kriegt man dafür, abgesehen von besseren plätzen? eine ’soundcheck party‘ und spezielle goods (oder das anrecht, jene zu kaufen?). wow. nicht.
ob das ein geschickter feldzug ist, um das wembley stadium auszuverkaufen? ich meine, die tickets da liegen bei 30-50 pfund, für die differenz zum platinum-preis kriegt man sicher noch ein flugticket von japan nach england…und wenn man schon schulden für die lieblingsband macht, sieht man so noch was von der welt. (btw., wird nur mir beim blick auf die terminwahl ein bisschen schlecht? ich will sie ja mögen, aber…)

★ zufallsfund, vielleicht sind ja sammelnde menschen unter euch, für die das ein guter startpunkt ist: vinylshops in tokyo und osaka. ich begeb mich eher auf schatzsuche im cd-format, aber die freude wird eine ähnliche sein. jemand ne ahnung, warum sie shinjuku ausgelassen haben? ist das nur für andere formate interessant?

★ im kontext der aktuellen demonstrationen ist es interessant, die mittlerweile durchaus vorhandenen meinungsäußerungen von künstlern zu politischen themen mal genauer zu betrachten. der artikel bindet das an eine website, aber wer mit offenen augen musiknews liest, dem werden noch viele weitere projekte begegnet sein, die sich durchaus als politisch verstehen. falls sich wer tiefergehend dafür interessiert: dieser artikel zu antiatom-demos und musik und jener zu jugend, abe-protest und musik. die autorin legt bald noch zwei bücher zum thema nach. (schreib mal wer mehr dazu! natürlich finden sich solche interessanten dinge immer, wenn ich gerade was ganz anderes recherchieren sollte…)

★ plötzlich total geschichtsinteressierte weeaboo-webmagazine erhoben passend zum hiroshima-jahrestag den zeigefinger und gingen mir damit sehr auf den sack. dieser alte times-artikel zum atombombenabwurf ist ellenlang und wurde in dem kontext wirklich überall rundgereicht. anders als die pseudo-kommentare ist er aber absolut lesenswert.

★ nochmal geschichte: nämlich die der musik der nachkriegszeit in japan. hier ist ein interessanter kommentar, der konflikte aufzeigt und nicht nur sagt zack, besatzungszeit, amerikanischer einfluss, the end. das passiert schnell, wenn man sich mit neueren ereignissen beschäftigen will und die entwicklungen bis dahin in anderthalb absätzen abarbeiten muss. potenziell ein fataler fehler, denn die ganzen alten männer, die die heutige industrie teilweise noch beherrschen, haben in dieser zeit angefangen zu arbeiten und einige strukturen leben bis heute weiter. (siehe z.b. der johnny’s-kitagawa. gibts da eigentlich was historisches neben diesem klassischen lj-post?)

★ und weil konsistenz: wie kitkat eine japanische marke wurde.

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vamps stehen nicht gerade ganz oben auf der liste von bands, mit deren hilfe ich hiesigen menschen japanische musik näherbringen wollen würde, denn ich hätte die befürchtung, dass diese währenddessen einschlafen. trotzdem haben sie ihre fans und sind obendrein eine der gruppen, die sich aktuell sehr um die im wilden, fernen ausland bemüht. genau das diskutieren sie in diesem interview mit nikkei trendynet (jp).
erfreulich: die erkenntnis, dass sie fern der heimat trotz aller erfolge in japan wieder von grund auf bekanntheit aufbauen und in dieses projekt genauso zeit (und auch geld) investieren müssen wie in alle bisherigen, um glaubwürdig zu sein. eine solche welttournee müsse doch sehr kräftezehrend sein? die antwort: westliche bands täten doch nichts anderes, um ihrem sound weltweite bekanntschaft zu verschaffen. sich nur auf japan zu beschränken, da fühle man sich mies bei.
ein weiterer interessanter punkt ist die behauptung, das englische publikum sei ein besonders harter brocken, da dort niemand ‚fremdsprachige‘ musik hören müsse. französische oder deutsche hörer erschlössen sich dahingegen bereits selbstverständlich künstler und songtexte aus anderen ländern. hmmm, sind verständliche texte wirklich so zentral, wichtiger als verfügbarkeit und werbepräsenz?
total praktisch gehen kaz und hyde das thema cool japan an: mit eventuellem fördergeld könne man doch prima lagerräume für instrumente mieten, damit man nicht jedes mal die komplette ausrüstung mitschlören müsse. wo sie recht haben…

★ obengenannte band begegnete mir noch in einem weiteren bezug: der liste der hässlichsten fanartikel. 19 seiten lang tweets zu vollkommen nutzlosem krempel, den fans am ende scheinbar doch kaufen, um ihre künstler zu unterstützen. für mich klar platz nummer eins: das vamps-baumgesicht (wie das hier, nur direkt inklusive baum?). auf den plätzen dahinter dann katzenöhrchen von x (ist das ironisch gemeint, verkaufen sie auch klebetattoos mit ästchen für die augen und extra-schmierigen schwarzen lippenstift?), shirts, socken und geschirr mit gackts silikongesicht all over, fragwürdige teppich-umhänge und leggings von PLC, wortwitz-badesalz und …soll dieses an ein gewisses kostüm erinnern?! (gab letztens btw ein revival, erfreut euch hier gleich doppelter schönheit.)

★ um dem ganzen geklicke plötzlich ein wenig mehr tiefe zu geben: eine schöne zusammenfassung zu den problemen der japan-berichterstattung. wer nicht vorher schon tradition-und-moderne-bullshitbingo gespielt hat, dem wurde spätestens 2011 durch die fliegenden atomsushi und nukular-geisha auf dem stern-cover die allgemeine recherchequalität deutlich vor augen geführt. diese innenansicht ergänzt meine bisherige wahrnehmung nochmal ganz wunderbar. das interview entstand vor dem hintergrund eines unabhängigen journalismus-projektes, das sich gerade crowdfundiert. ich wünsche gutes gelingen, hoffe allerdings, dass sie ihrer kostenaufstellung noch den punkt ‚übersetzer‘ hinzufügen (oder ich das übersehen habe), denn ohne stelle ich mir ausführliche recherche zu besonderen themen eher schwierig vor.

dieser artikel zu shinjuku ist ein schönes update zur lage der dortigen subkultur(en). die geschichtlichen ereignisse sind hinreichend bekannt, aber dass man trotz abrisswahn immer noch neue überbleibsel findet, erfreut. falls ihr stadt-weit auf entdeckungstour gehen wollt, eine qualitativ hochwertige ergänzung sind die empfehlungen von tokyo damage report, allerdings existieren die seit jahren, also vorher auf aktualität prüfen. wenn sie stimmen, bringen sie die dinge perfekt auf den punkt.

★ und man verzeihe mir das überaus kohärente ende, aber ich fand gerade diese wunderbaren karten zu stoff- und bastelkramquellen in tokyo. als ob sekaido und ungefähr alles in nippori noch nicht genug schaden anrichten würden…

♫ Aliene Maφriage, YMCK, backdrop cinderella

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dachte, ich mixe mal wieder. wurde was länger.

★ wurde schonmal ne runde durch meinen teil des netzes gereicht, aber trotzdem nen link wert: How Emoji Got to the White House. ein bisschen otaku-lastig für meinen geschmack – gerade erfindungen wie diese haben konsumentengruppen jenseits der geeks und business user sehr angesprochen, ein schöner beleg wäre die nutzung durch gyaru. trotzdem eine schöne zusammenfassung vom herrn alt, was emoji so getan haben, bevor sie auf jedem smartphone der welt ankamen.

★ dann hätten wir gackt, der über den sinn und unsinn von cool japan rantete. anders als er scheinbar bin ich kein großer freund von komplett politik-gesponsorter popkultur (halte es da eher mit dem fujiwara – was gut ist, wird sich auch ohne ein altemänner-gütesiegel durchsetzen). womit er allerdings recht hat, ist, dass die mittel, die da gerade fließen, zu einem ganz großen teil in den falschen kanälen landen. japan expo oder hyper japan haben viele gute aspekte (dieses jahr: endlich neue, bekanntere bands!), aber vieles ist auch einfach kram, der da ist, weil er eben finanziert wurde und nicht, weil er relevant ist. NHK world hat auch einige gute sendungen (oder eher, gute leute die sie dazu machen), will aber ein weltweites publikum mit linearem fernsehprogramm ansprechen – youtube-uploads oder archivseiten werden mit schöner regelmäßigkeit entfernt, man biete ja einen livestream an. unterschiedliche zeitzonen? habense in japan nicht, da kann das ja nix sein.

★ passend zur festivalsaison ein interview mit dem chef von rockin‘ on. interessant, wie sie einiges anders angehen und was das über den rest des marktes aussagt. andererseits würde es mich wundern, wenn die interviews, die sie da ganz rebellisch un-gegengelesen veröffentlichen, nicht zumindest in anwesenheit des managers stattfänden, der der band zur not übers maul fährt. und die no mosh / no dive schilder auf dem rock in japan? angesichts der existenz von standing / seat / tent zones und diversen anderen strukturen meiner meinung nach auf diesem festival mit am unnötigsten. zumal das breit gefächerte und meist eher poppige lineup eh nur sehr selektiv dazu einlädt. wobei, ein publikum wie dieses lesermodel, das auf twitter eher legendär ausgelacht wurde, hat vielleicht trotzdem angst davor. (das magazin gibt an, sie sei auf einem ‚ein bisschen maniac‘ rockfestival gewesen, wozu sich das outfit insbesondere eigne, weil sie das täschchen überkreuz trägt und stiefelchen anhat. wisster bescheid.) aja, zu aktuellen lineups und voraussehbarkeit: er hier hat die für die großen festivals meistgebuchten acts dieses jahr gesammelt. teilweise standardacts – kein festival ohne 10feet oder die telephones – und teilweise der  hypezirkus um langweilige indierockband xyz.

★ nachdem man sich über die festival-tussis lustig machte, eine schöne zusammenfassung zum aktuellen interesse der kosmetikindustrie an asiatischen produkten. sagt nix neues, fasst aber die letzten jahre ganz gut zusammen, falls sich also wer über bb, cc, dd und cushion-produkte wunderte und sich fragt, woher da welcher einfluss stammt… jaja, die hiesigen unternehmen haben ganz schön gepennt.

★ weil hier noch nicht genug steht: ein interview mit matthias müßig von gan-shin. ist schon ein paar wochen älter, aber falls sich da wer über die aktuellen artists informieren möchte. das madcap laughs-release gab mir ja ein wenig hoffnung (auch wenn es nur bei itunes kam und somit für mich uninteressant ist), aber mittlerweile bringt sogar okami records wenn nur noch vk-related zeug. ist wahrscheinlich der effekt, den persönliche connections innerhalb einer musikszene haben, da mischt sich selten mal was komplett stilistisch anderes drunter. schade drum. dabei gehen andere labels wie JPU records mittlerweile mit gutem beispiel voran und die förderung von anderen stellen wird auch endlich auf musik angewendet. wenn london eine japan night mit diesem bombigen lineup kriegt und man in paris nebenbei diese nicht ganz kleinen acts präsentieren kann, warum gurken wir dann konzert- wie veröffentlichungstechnisch immer noch auf animagic-niveau rum? wenn sich jemand rebellisch fühlt und keinesfalls was mit onkel abes geldbörse zu tun haben will, auch das wäre möglich, stichwort livehouse daisakusen vielleicht? die freuen sich sicherlich über ein label, das ihren kram hier rausbringt oder sie weiter touren lässt.