Kategorie: linkmix

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★ nathaniel m. smith in einem interview zu seinen erfahrungen und feldforschungen in der punkszene in japan, und daran anschließend auch zu seiner arbeit zu uyoku als performative subkultur. dude war selbst in bands in tokyo in den 90/00ern (exclaim / dudman) und hat ein paar interessante kommentare zur damaligen szene.
er sagt, die gefühlte kulturelle distanz zu ausländischen vorbildern sei nicht so groß wie z.b. in der hiphop-szene (condry). man sehe zwar unterschiede und überdenke die eigenen interpretationsmöglichkeiten, aber das erreichen von authentizität sei hier nicht so das problem, solange man mit genügend begeisterung bei der sache sei. und: japan verstehe sich als eingebunden in die weltweite szene, die entwicklungen seien von anfang an weltweit gewesen. den rest überlass ich euch zu hören, aber die 70 minuten sind es definitiv wert!

★ in direktem anschluss auch eine empfehlung für diese japan on the record-folge, in der marvin sterling einige seiner beobachtungen zu reggae und racial difference in japan zusammenfasst. wer sich damit tiefergehend beschäftigen will, dem empfehle ich sein buch „babylon east“, aber auch im podcast wird schon vieles sehr nuanciert angesprochen. er findet eine schwierige balance und vermeidet das klassische „japan kopiert ja nur, was cool aussieht“-totschlagargument. spannend auch im kontext anderer musiksubkulturen wie der aus der ersten empfehlung.

★ nochmal bissn japanologisch: die todai hat einen blog mit lauter beiträgen zu popkulturellen themen gestartet. soweit ich das überblicke kommen die beiträge sowohl von bekannten namen als auch von promovierenden. mag überraschend sein, aber ich mag ja die idee, dinge zugänglich in dieses internet zu schreiben. werft mal nen blick, vielleicht ist ein interessantes thema für euch dabei.

★ falls euch unverständlicherweise langweilig ist und ihr viel geben würdet, um reisen und neue dinge sehen zu können… naja, zumindest anschauen geht hier: eine ansammlung von videotouren an mehr oder weniger bekannten reisezielen in japan.

★ jemand interesse an stadtentwicklung und der geschichte des shibuya 109? dieser youtube-talk ist ein guter. leider nur auf japanisch, aber mit dabei sind leitende menschen des 109 und ein stadtentwickler. sie bringen alte lagepläne und fotos und es ist gar herrlich. (okay, insofern man alte tokyo-stadtkarten und reiseguides der 70er jahre hortet.)

★ neu in der reihe von büchern, die man mir gerne kaufen kann: diese geschichte von worlds end. ich habs gefunden, weil fujiwara hiroshi ein doppeltes exemplar auf mercari verkauft hat. reicht nicht an japankontext? uhm, er hat mal da gearbeitet und mit vielen anderen dafür gesorgt, dass westwood in japan die bekanntheit und den einfluss erreicht hat, den wir alle aus FRUiTS oder von nana und co kennen. glaube dieser artikel war gut dazu, aber gibt noch mehr. wer interesse hat, melde sich.

soweit von mir, ich hoffe es war was interessantes dabei!

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eine neue dosis internetverlinkung von der person, die beschlossen hat, heute alle verfügbaren versionen von rocket to russia durchzuhören. (ich kann bestätigen, bird IS the word.)

★in die allgemeine nachrichten-kakophonie stimmt auch japan mit ein: nachdem in tokyo ein kurde von der polizei unter sehr dubiosen umständen festgehalten wurde (mainichi videoreport + englischer artikel, sorry für die tittenseite, die machen sonst mehr yellowpress kram), kam es zu protesten, die die situation im land mit der internationalen problematik verbanden. randrelevant auch mal wieder die beliebte darstellung von „erwünschten“ ausländern als alpinaweiß in den illustrationen zum punkteprogramm für schnellere visa-bearbeitung.

★ hörempfehlung für diese kurze episode von japan on the record zur geschichte von illegalen drogen in japan. leider nichts zu gras, dafür aber einige hinweise, warum die gesamtkategorie der upper so prominent in allen statistiken auftaucht. in sich in einem land, das arbeit so fetischisiert, nicht überraschend, aber hören sie selbst.

★ überraschung, ein musik-linktipp: shout louder hat musiker mit tour-erfahrung in japan nach ihren lokalen favoriten gefragt und eine menge sehr guter antworten bekommen. freut mich, dass viele gefallen an ihren tour-kollegen gefunden haben. die kombis, die da entstehen, wirken ja doch gern mal eher zufällig. anmerkung: sie verlinken zwar eine spotify-playlist, aber die hat bei weitem nicht alle artists. lesen lohnt sich also.

★ nachdem es um die livehouses und clubs weiterhin nicht rosig steht, kommen in japan langsam die ersten lockerungen. dass die, wie z.b. die aus kanagawa-ken, noch eher lächerlich sind, zeigt dieses video vom ikebukuro ADM. die haben den spaß für ihr livehouse mit (normalerweise) 150 cap mal ausgemessen…

★ zum schluss der hinweis auf das von luna sea organisierte music aid tv-special: drei stunden mit einer breiten auswahl von künstlern. es ist leider kein international verfügbarer offizieller stream vorhanden, aber wer sucht, der findet. da die mehrheit scheinbar zu hause aufgenommen hat, ist es ein wahres fest der schlechten interieur-entscheidungen. lacher des tages war ein gewisser herr h., der in seinem intro-kommentar zuerst professionell allen helfern dankt und fließend in eine entschuldigung für seine fehlenden augenbrauen übergeht („sorry, war besoffen und dachte, ich tret gerad eh nirgendwo auf…“). nur original mit zensur-piepser. findet sich beispielsweise hier.

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★ die ganzen twittertag-basierten akustikversionen direkt vom sofa diverser lieblingsmusiker bekamter denke ich mit. besondere erwähnung nochmal für uns hosomi hier: andere planen den kram generalstabsmäßig, während der sich einen pichelt und sich von schrägrechtsunten vor seinem cd-regal filmt, das ganze von nem freund posten lässt, 600k views einstreicht und es am ende nichtmal merkt. königlich.
bonus: der herr am bass verwandelte sich wieder in ryuichi, inklusive eyeliner. die augenbrauen-action bleibt aber verbesserungswürdig.

★ bin eigentlich freund von mundgeklöppelten playlists und meide die spotify-eigenen, aber diese für punk/hc/mixture ist ganz nice. wer paar updates neben paar klassikern sucht oder einfach generell bissn geballer mit melodisch will, werfe blicke.

★ kategorie very special interest, aber falls noch wer gerade seine ticketsammlung sortiert und sich über verlorene oder einfach nur online existente tickets ärgert: hier könnt ihr euch platzhalter generieren. (nein, ich habs nicht gemacht, was aber mit daran liegt, dass mein derzeitiges album auch so schon randvoll ist. festivalbändchen und laminatlappen nerven ganz schön, wenn mans ordentlich archivieren will.)

★ neu auf akademischer ebene: lies mal bitte wer diesen artikel über idols und diesen über kpop in japan und sage mir, ob sie was taugen. bin gerad zu faul, mir die zu scihubben. dieser hier über die verbindung zwischen plastikspielzeug und globalisierung ist btw im grunde ganz nice, aber alter vatter, wie ich diese schranzige sorte medienwissenschaftler nicht vermisst habe.

★ abschließend die aktuelle episode von „hängen mit hormon“: wer kein japanisch versteht, werfe blicke auf uechangs bouldering-zimmer und – für mich ja noch wichtiger – seinen vogel.

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tag soundsoviel des großen drinnenseins. gruppen von menschen sammeln sich via skype zum trinken, webcams kosten mittlerweile fast so viel wie eine switch lite, ein stapel fiel um und ich fand alte minidiscs wieder (garbage, seo taiji und orange range – prime 2003!).

shows kann ich keine ankündigen, außer, dass die bawdies die scheinbar zarten anfänge einer eurotour wieder absagen mussten, gibts da auch nicht viel neues.
radwimps hatten auch angekündigt, was anzukündigen, aber da wartet man besser wohl, bevor man sich freut. wäre aber interessant zu sehen, ob der massive hype, den sie durch kimi no dingenskirchen in japan bekamen, sich auch nach europa übersetzt.

★ das loft und all seine anhängenden locations haben eine database aller gigs mit lineups und preisen von den 70ern an gebastelt. bedienung: entweder bandnamen suchen oder runterscrollen und eine location auswählen, da gibts nen kalender auf der jeweiligen unterseite. damit sind sie meines wissens eine absolute ausnahme unter den livehouses.

★ bleiben wir in shinjuku und beim soziologen-grind: hier ist eine kurze (englischsprachige) geschichte des viertels, wobei das loft nur eine der subkulturellen institutionen ist. vielschichtig und immer ein bisschen ömmelig, das wär doch mal ein untertitel für sonnen artikel.

hier haben wir einen interessanten (japanischen) kommentar von seiji von guitar wolf zur verbindung zwischen look, locations und musik. erwähnung finden unter anderem das hokoten, oh!god, jacks in harajuku. mir neu: basswolf billy hat damals scheinbar bei jimsinn gearbeitet, seiji nebenan. nächstes mal, wenn ich betrunken in den reinstolper, bitte ich um ein interview.

★ dann noch ein hinweis auf diesen jfashion-podcast aus chicago. gute inhalte und einblicke in die wahrnehmung im ausland, die sich immer noch ziemlich vom modemarkt in japan unterscheidet. nicht als kritik gemeint – diese bubble ist ein grund, warum harajuku wie wir es kennen am leben bleibt. spannend, dass sie sich über die jahre nur so wenig verändert zu haben scheint.

soundtrack waren diese alten herren live und irgendwer im schrebergarten blastet gerade dieses auf repeat. grr.

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★ nicht, dass ich jemandem mal was anderes erzählt hätte, aber menschen in dem internet beschlossen, dass man neuen skabands mehr aufmerksamkeit zukommen lassen sollte. also gibt’s empfehlungen in videoform bei skatune network oder in playlists von skapunkdaily auf spotify. cool daran: japan hat einen festen platz bei allen! mein persönlicher favorit mit japanbezug ist aber diese von herrn rei, der einen länderübergreifenden mix aus geheimtipps und den guten neuen/alten dingen bietet. (kinder, wie ich mich auf das suicide machines album freue!)

★ komplett anderes ding, sehen sie diesen (angeblich kompletten) guide zu japanischem math rock. wie immer hab ich eigentlich kein plan, hör den scheiss aber trotzdem und find zumindest das was sie erwähnen eher nice. das mit der komplettheit ist natürlich klick-kosmetik, aber schaunse mal drauf.

★ an dieser stelle würde ich gerne das straightener-cover verlinken, das der gute herr hosomi letztens in seiner radioshow zum besten gab. leider verschwand es vom offiziellen youtube. mh. dann halt hier weniger offiziell die komplette tv-ausstrahlung vom ellegarden/ajikan/straightener tour final letztes jahr. da gehen sie sich auch alle gegenseitig besuchen auf der bühne und 2004-ich eskaliert. okay, wem will ich was vormachen, 2020-ich sitzt immer noch feierflennend davor. nur die arena ist mir ungeheuerlich.

★ abschließend der hinweis: gerade wird jede menge an konzerten und events in japan abgesagt, weil angesichts von corona sich ja alle zurückhalten müssen (außer wenn sie in vollen zügen zur arbeit in die großraumbüros fahren, da steckt sich ja keiner bei an). glück im unglück aber für ausländische fans: viele bands nutzen die hallen, die eh gemietet sind spielen trotzdem – ohne publikum, dafür aber mit videostream. daher: haltet die augen offen, ob eure favoriten was twittern. ich werde das, was mir begegnet, rumreichen. man beachte aber die hinzukommende zeitverschiebung: 20 uhr in japan ist – 8 stunden zurück – 12 uhr mittachs hier.

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★ der hotei war zu besuch in irgendeiner fernsehsendung und neben einigen wohl eher für fans und gitarristenmenschen interessanten erklärungen, warum er so klingt wie er klingt, springt mal 34 minuten rein. er verpasst beim zweiten (!) anschauen diversen randomen filmszenen eine musikalische untermalung und es. ist. episch.

★ dann waren da noch hi-standard, die vor zwei wochen einfach mal ohne jegliche vorwarnung ein minialbum rausbrachten. keine werbeplakate, keine übermäßig kurzen youtubetrailer, keine auftritte in den anderthalb verbliebenen fernseh-musiksendungen und auch (noch) keine verwendung als werbejingle für irgendeinen bier-ersatz. meine twitter-timeline fiel vor schreck hintenüber, rannte gen plattenladen (streaming und youtube-releases lassen bis zum 26. auf sich warten)  und stand teilweise schon vor leeren regalen. dieser sponichi-kommentar erklärt sich die beliebtheit mit der damit für viele verbundenen nostalgie, platten allein nach cover und ohne reinhören zu können zu kaufen. aber: während die erinnerungen an die wilde jugend ohne das internetz sicherlich ihren beitrag zum hype leisten, ist another starting line immer noch das erste release seit 16 jahren. trotz alledem spielen hi-sta schon seit 2011 wieder, haben ihr eigenes festival wiederbelebt und headlinern andere. da fragt keiner, wer das ist und was die wollen, weil das alles fuffzehn jahre her ist. die haben geholfen, ihre szene aufzubauen, als künstler, produzenten, labelinhaber, also brauchen sie keine strategischen tv-auftritte und werbekollaborationen, um in der ersten woche ein paar hundert platten über die ladentische zu schieben. soll nicht heißen, dass es allen „unabhängigen“ bands in japan prima geht, zeigt aber schön, dass es auch in der als plastikpop-diktatur verschrieenen musikszene ganz handgemacht zugehen kann.

SiM waren ende september zu besuch auf der amerikanischen edition des knotfest und haben das dokumentiert (mit englischen subs!). erstes US-konzert für eine band, die in japan massiv gepusht worden ist in den letzten fünf jahren – wenn man sich das anfängliche scheitern von MWAM hierzulande betrachtet, während sie drüben gerade den budokan ausverkauft hatten, hätte es parallelen geben können. SiM hatten aber mehr glück (?), denn ihre fanschar ist zwar klein, geht aber ordentlich ab.

★ achja, apropros ausland: sicher is noch nix, aber kira fand diesen post von rage tour auf fb, welcher ankündigt, dass eine EU tour von maximum the hormone für 2017 in planung sei! theoretisch können sie bald wieder, naos zweites kind ist mittlerweile geboren, aber diese info, ohne vorher auch nur eine ankündigung für japan gehört zu haben? wenn sie stimmt. aaaaah.

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hab einen neuen nachbarn, der bei der hitze nix besseres zu tun hat, als seine lärmempfindlichkeit durch lautes geschrei zum ausdruck zu bringen. also fenster auf, musik laut und linkmix!

★ wichtige wissenschaftliche analyse: jemand hat kanaboon langsamer und ajikan schnellergedreht und findet heraus, dass die jeweiligen sänger eigentlich eine person sein müssen.

★ wenn gerade jemand über mode und ihre ungeschickte aneignung von subkulturellen elementen lästert, dreht es sich am ehesten um die skaterszene. verwirrender find ich die aktion von McQ, dem diffusion-label von mcqueen: sie haben sich bo ningen als models für die neue kampagne gebucht, die von irgendeiner clubszene der 70er in shinjuku inspiriert sein soll. welche genau das sein soll ließen diverse artikel offen, dieses i-d interview benennt schließlich die fuuten-zoku. um das zu illustrieren, nhk bericht von damals, erste hälfte dieses artikels (jp, pdf, englisches abstract am ende). anstelle einer clubkultur seh ich da eher ungewaschene junge leute, die ihre schockwirkung in zeiten des wirtschaftsbooms im tatenlosen, zugedröhnten herumgammeln auf öffentlichen plätzen fanden, bis sie spätestens 69 durch den umbau des bahnhofs verscheucht wurden. im westen tokyos wurde in dieser zeit sicherlich kulturell viel experimentiert, woraus zahlreiche einflussreiche künstler hervorgingen, aber ich denke, da hat das designteam auf der suche nach einem exotischen namen danebengegriffen. bei der wahl der repräsentanten irgendwie auch – ich freue mich über alle aufmerksamkeit, die diese großartige band bekommt und ihre mächtigen haare allein rechtfertigen ein modeshooting. allerdings: nachfragen zu den „great shinjuku futens“ lösen bei ihnen nur unverständnis aus.  klingt seltsam, wenn gerade die mir erzählen wollen, nix mit psychedelia zu tun zu haben, aber in diesem aktuellen interview mit der japan times erklären sie zumindest, japanische underground-musiker erst im westen kennengelernt zu haben, weil sie in japan einfach nicht so bekannt sind. hm.

hier hat sophie knight die ganze kawaii-geschichte einmal aufgewärmt und schlägt damit – leider immer noch nur die kinsella aus den 90ern zitierend – einen bogen zu pokemon go. niedlichkeit als rebellion wird zu niedlichkeit als eskapismus. die welt ist schlecht und deswegen jagen wir lieber pikachus als der bedrohung durch gleichermaßen gelbe vogelscheuchen-politiker ins auge zu sehen. kann man machen – man könnte allerdings auch differenzierter an die sache herangehen, gerade wenn man japan kennt.
zum einen: die verarbeitung von größeren gesellschaftlichen veränderungen und problemen durch hinwendung zur popkultur hat uns, wenn wir schon von japan sprechen, die kreative boomphase der 90er und frühen 00er gebracht. die wird allerseits gelobt für populäre, aber eben nicht hirnlose werke. also nicht zwingend gleich abschottung und bloßnichtdrübernachdenken. ich glaube außerdem nicht, dass alle japaner dem medium der (offiziellen) maskottchen gegenüber gleichermaßen unkritisch sind: war pipo-kun nicht das ding, was alle gedisst und karikiert haben? und warum haben wir leute wie den murakami oder auch die ganzen yurukyara, die doch eher ein meta-verständnis des ganzen niedlichkeitsgeraffels verlangen?
klar lenkt pokemon go den blick weg von harten nachrichtenmeldungen, aber es bläst doch einer gesellschaft nicht kollektiv das hirn raus, nur weil es niedlich ist…seit den 90ern. außerdem, gleichzeitig subtil über sommerlochjournalismus zu motzen, mitzumachen und obendrein noch computerspiele und verdummung zu beweinen – das gibt ein klischee-fleißbienchen.

★ und weil wir noch nicht genügend lange artikel hatten (nein ohne scheiss, der ist gut!): yamanote vs. shitamachi – wieso wirken azabu juuban oder aoyama so schick und wieso nakano oder shinjuku so rumpelig und heruntergekommen? eine coole stadtgeschichtliche analyse, die macht, dass ich noch mehr als eh schon wild herumlaufen will in tokyo.

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★ coole aktion: dieser podcast hat hayato von meaning interviewt. jep, alles englischsprachig! das format kann man mögen oder nicht, der moderator hört sich gerne labern, aber springt wie verlinkt fünf minuten ins video rein und es wird interessant! typ hat einige zeit in den staaten gelebt, ist aber gleichermaßen mit hi-standard und kram aufgewachsen, hat es mit seiner band zu pizza of death geschafft und kann diesen teil der japanischen musikszene aus insider-sicht beleuchten – livehouses, songtexte, imagepflege. vielleicht die bessere methode, das ganz zu hören: die audioversion in eure podcastapp packen und in der bahn konsumieren.

★ um meine seltsame begeisterung für produktdesign und werbung zu repräsentieren: ich hab eine wunderbare timeline mit vielen vielen KDDI-galapagos-handymodellen gefunden. dann habe ich die schönsten werbespots, die je für einen billigsupermarkt gemacht wurden, geschaut. denn es sind nicht irgendwelche: zum einen werben sie für den seiyu, der allen menschen billige senbei und schnaps, aber auch das beste reduzierte fertigessen bietet. je nach location kommen noch die besten durchen gestalten der umgebung hinzu – ist immerhin ne tochterfirma von walmart. zum anderen sind die spots aber großartig, weil sie von AC-bu kommen. einige kennen sie von diversen group_inou PVs und einmal gesehen, vergisst man den stil nicht so schnell wieder. wenn ihr nur die wahlwerbung der stadt tokyo kennt, die das internet vor kurzem rauf und runterdiskutiert hat – popkulturbonus hier die verwendung der neuesten harajuku-tarento – holt das mit den PVs dringend nach!

★ wenn man mir hier konstanz vorwerfen möchte, kann man das in drei themenbereichen tun: konzertinfos, gemeckere über cool japan und gemeckere über babymetal und OOR. und da letztere punkte neuerdings echt zu kurz gekommen sind, lassen wir sie mal kurz wieder aufleben. hier ist eine gute abhandlung über das babymetal-problem aus der sichtweise eines metalfans – und nein, sie reduziert sich nicht darauf, ob das, was wir da hören echter, würdiger metal ist, sondern denkt über auswirkungen nach. (meine erste hoffnung, songwriter und musiker könnten beachtung finden, war natürlich vergebens.)

dann war da noch dieser sehr treffende konzertbericht zu oneok in luxemburg: „… als angenehm anzuhörende und anzuschauende Lieblingsband für Otakus, J-Pop-Aficionados und Gelegenheits-Musikhörer funktionieren sie allerdings bestens„.

diesmal drüben festgestellt und gültig für beide gruppen: es war naiv zu vergessen, dass man in japan all das, was erfolg im ausland hat, gleich zehnmal besser verkaufen kann. insbesondere, wenn unklar ist, welche qualitäten diesen erfolg überhaupt ausgelöst haben könnten, ninki ninki tralala. wenn US-/EU-abenteuer ein weg sind, guten künstlern auch in den fernen weiten (mehr) gehör zu verschaffen und ihnen bei der weiterentwicklung helfen, mache ich mich als ausländischer fan natürlich gerne nützlich. andersherum geht es mir aber gehörig auf den sack, wenn die auswahl der bands nur noch optimiert auf cooljapan-einnahmemöglichkeiten oder den imagebonus in japan erfolgt. und wenn die hiesigen labels weiterhin pennen, dann wissen wir bescheid, wohin die reise geht.

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bin wieder da – räumen wir mal die linkliste auf. konzertupdates sind auch in arbeit, versprochen!

space shower tv hat das internet gefunden und lädt jetzt selber dinge bei youtube hoch, unter anderem eine serie zu livehouses. das shindaita fever ist relativ neu, ich war im märz zum ersten mal da, um die neue band von telephones-ishige und nobu zu sehen. und endlich endlich nakamura koji, der auch prompt cream soda zockte. eventuell bin ich an der stelle ein wenig ausgerastet. aber zum fever: bisschen hipsterig mit dem cafe (der name wird mich immer amüsieren, niveau undso), bis auf den abstrusen lockerpreis (600yen wofür?!) hat es mir gut gefallen. wer reinschauen mag, hier ist das video und ja, es hat englische subs!

★ aus der kategorie FYI: crossfaith empfehlen in einem britischen musikmagazin hörenswerte japanische bands. geht von den üblichen verdächtigen aus ihrer eigenen ecke bis hin zu not wonk, die mir in ihrer fuzzy dudeligkeit durchaus hörbar erscheinen.

‚jetzt sind sie wirklich wie exile‘: ein japanischsprachiger, aber durch die hörbeispiele sicher auch ohne sprachkenntnisse nachvollziehbarer artikel, der auf überraschend diplomatische weise alte und neue werke von one ok rock miteinander vergleicht. frühere ansätze seien eher wie zu hause im backofen gemachte kartoffelchips, amateurhaft und ungleichmäßig, die jetzigen releases im vergleich dazu perfekt produzierte chipstar (wie pringles) – zwei vollkommen unterschiedliche produkte. laaaser-exile stellen sich letztenendes aber doch als nochmal andere kategorie heraus.

★ perfekter anschluss in sachen oneok bzw. populärem musikmarketing in japan: die nikkei scatterplots, die ihrem talent / artist power ranking zugrunde liegen. bei den künstlerinnen kann man es eh großteils vergessen, weil alles überflutet ist mit idols und schauspielern, aber bei den künstlern sind einige nennungen interessant.
zur erklärung: die horizontale achse misst den bekanntheitsgrad („name und gesicht sind mir bekannt“), die vertikale das interesse („möchte ich sehen/hören/wissen“) der befragten. fernsehen als traditionelles medium ist immer noch die stärkste kraft in japan, also sind abgesehen von ein paar sonderfällen im pay-musiktv alle uns relevant erscheinenden künstler, die keine millionseller der 90er darstellen, auch außenvor bei den rankings. wenn es aber eine band / ein musiker doch hineinschafft, wirds daher interessant. auf der einen seite haben wir fails wie gesu no kiwami otome, die nach dem skandal mit ihrem sänger und becky zwar jedem was sagen, die aber mittlerweile leider, leider keiner mehr hören mag. und dann sind da oneok, unison square garden, alexandros, kana-boon und man with a mission in der next break zone (blau), die bereits einige werbeverträge einstreichen konnten und überraschend präsent sind auf den straßen. ob uns da langsam eine zeitenwende bevorsteht? oder habe ich nur zu viel hey hey neo gekuckt und bevor da irgendwas wird, ist es längst weichgespült?

yellow studs – door

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★ wieviel kulturellen schaden tokyos marodierende schlipsträger anrichten können, wurde mir beim lesen dieses artikels über die visuelle identität der olympischen spiele wieder bewusst. denn nein, auch nach dem hässlichen plagiat, das den ersten logo-vorschlag darstellte, wird es nicht wirklich besser. die denken sich einfach immer neuen scheiss aus. das einzig positive, das ich bisher an den spielen finden kann, ist, wie offensichtlich einige probleme durch sie werden.

★ liegt ein bisschen außerhalb meiner kompetenzen, aber ich wollts euch nicht vorenthalten: hier ist ein artikel, der die frage, was es in korea abseits des k-pop-zirkus noch gibt, zu beantworten sucht. bonuspunkte für soundbeispiele und den begriff ’special-k‘. wildes klicken bei youtube ließ mich bei diesem nostalgischen album aufenden. (hat den jott am bass, kaz an der gitarre und ina war fürs arrangement zuständig, siehe hier.)

dieses interview zu neo street-kei ist schon etwas älter und der look auch nix neues, wenn ihr auch nur mit einem halben auge nach harajuku schielt. interessant ist aber, dass internationale inspirationsquellen im jahr 2015 noch so betont werden. der filter der zeitschriften ist auch dann noch stark, wenn angeblich alle solche leitmedien gegen das weite internet getauscht haben.

★ passt ganz prima als beispiel für die eigenhändige stilbildung durch modezeitschriften und erklärt ganz nebenbei den uniqlo-look: meister marxy über ivy und japanische männermode. (hab das dazugehörige buch tatsächlich noch nicht gekauft, hoffe sie erkennen mir meinen fanclub-ausweis nicht ab…)