reisebüro rocknrailpass: der flug nach japan

ich hab schon lange überlegt, hier ein paar japanreiseposts zu ergänzen, einfach weil ich spass dran habe und mir immer wieder fragen zu dem thema begegnen. jetzt kam spontan ein weiterer grund dazu – ich fliege tatsächlich bald wieder rüber, das ist mittlerweile mein siebter japantrip. falls euch die (weit)reiserei noch neu ist, hier erstmal ein basics-post, wie ihr euren hintern unfallfrei ins land bekommt. alles andere dann später. wenn jemand fragen hat, immer her damit.

zuallererst: ein flug muss her. beispiel tokyo: von einigen deutschen flughäfen kann man direkt fliegen, beispielsweise von düsseldorf mit ANA / lufthansa, frankfurt und münchen werden von JAL bzw. lufthansa angeflogen. das dauert meist so um die 11 stunden. länger, aber nicht zwingend schlechter unterwegs ist man mit einem umsteigeflug. ihr könnt (und solltet – mehr auswahl!) zwar nach flügen nach tokyo (TYO) suchen, steht dann aber vor der wahl zwischen zwei flughäfen: narita ist das hauptziel für internationale flüge, liegt aber 60km weg von tokyo in chiba-ken. haneda ist direkt in ota-ku in tokyo und wird seit 2010 auch wieder verstärkt weltweit angeflogen. gut angebunden sind beide, welcher euch besser in den kram passt, müsst ihr je nach ankunftszeit, endgültigem reiseziel und preis entscheiden.
eine alternative wäre die reise nach osaka (KIX), wenn ihr euch eher im westen des landes aufhalten wollt. damit habe ich bisher allerdings keine erfahrungen.

was kost der spass? ab 600 euro in der economy class, ANA/LH und JAL haben immer mal sonderangebote ab 550 zu gewissen konditionen, also checkt neben dem preisvergleich auch die airline-websites. alles weit darunter hat meist einen haken (unpraktische umstiege, lange reisedauer) – für unerfahrene aus meiner sicht eher nicht empfehlenswert. auch innerhalb der economy gibt es preisunterschiede je nach buchungsklasse. die gründe dafür sind komplex (1, 2), wichtig zu wissen ist: preise verändern sich je nach verfügbarkeit, ein günstiger preis bedeutet in der regel eine besondere buchungsklasse. die ist meist weniger flexibel als die standard-economy: der flug ist häufig nicht oder nur gegen aufpreis umbuchbar oder – wenn überhaupt – stornierbar. hier als beispiel die bedingungen bei JAL. ist in sich kein drama, aber nehmt den kram zur kenntnis und bucht euren anforderungen entsprechend.

flugpreisvergleiche gibt es überall, google flights hat coole preisdiagramme und kram. ich verschaffe mir so einen überblick und buche (sofern möglich) dann über die seite der airline, mit der ich fliegen will. die verkaufen mir den flug und nicht noch eine reiseversicherung für meinen imaginären hund obendrauf. außerdem sehe ich so direkt die buchungsklasse und die bedingungen und kann mir schon einen guten sitzplatz sichern.

okay, das ticket ist da? damit und mit einem (gültigen!) reisepass kanns eigentlich schon losgehen. ich kenne leute, die noch ihr portemonnaie und ein paar wechselsocken einstecken und so ausrücken. wieder andere nehmen gleich den ganzen haushalt mit. wenn euch die paranoia plagt, sucht euch superdetaillierte packlisten wie diese (pdf). egal wer ihr seid, diese drei fragen vor start geklärt zu haben, macht für jeden sinn:

  • wie bezahlt ihr? ich empfehle eine maestro- oder kreditkarte zum geld abheben. bar-umtausch oder travellers cheques sind umständlich und teuer, direkt am automaten (z.b. in der postfiliale) kriegt ihr am günstigsten bargeld. kartenzahlungen sind nicht weit verbreitet in japan. achtung: ec-karten des vpay-systems funktionieren nur in europa. maestro-karten werden angenommen, wurden aber auch schon eine zeit lang von einigen japanischen banken ohne große vorankündigung blockiert. visa- und mastercard-kreditkarten funktionieren problemlos. für alle karten gilt: prüft, welche gebühren anfallen, besorgt euch ggf. zusätzlich zur karte der hausbank noch eine reisekreditkarte. eine übersicht zu günstigen karten und weitere tipps für den einsatz findet ihr z.b. hier.
  • was ist mit eurer technik? ein umstecker (typ A, wie USA) ist pflicht. wenn ihr den an eine (kleine) mehrfachsteckdose hängt, braucht ihr wirklich nur genau einen. bevor ihr allen elektro-kram in den koffer werft, schaut mal drauf, ob er auch mit der niedrigeren japanischen netzspannung von 100~120V funktioniert. handy- oder laptop-netzteile sind flexibel ausgelegt, föhns und andere stylingtools für gewöhnlich nicht. da muss also ggf. ein reiseexemplar her.
  • wie wird das wetter vor ort? japan hat nicht nur vier jahreszeiten (ooh aah), sondern vier wettertechnisch verschissen unterschiedliche – checken und entsprechend packen. mein lieblingswetter ist das von tenki.jp, englischsprachig z.b. das der JNTO.

na dann auf zum flughafen! damit da auch in eurem ersten anlauf alles glattgeht, ist hier eine beschreibung des ablaufs und hier ein wenig rantige ratschläge eines vielreisenden. da werden viele fragen beantwortet, für alles andere konsultiert die website eurer airline. was das handgepäck angeht, kommt ihre auflistung (youtube) meinen eigenen gedanken relativ nahe. einigen wird schon das zu viel sein, ich nehme zusätzlich noch gammelklamotten für den flug mit und ziehe mich hinterher wieder um.
dann heißt es stillsitzen, schlafen, essen. muttimodus: bleibt locker angeschnallt, seid nett zum personal und den mitreisenden. manchmal ergeben sich interessante gespräche (architekturstudentin, die in tokyo im park gepennt und mit metallica gesoffen hat, ex-mitglieder der afghanischen regierung…). manchmal wollen die leute aber einfach nur ruhe haben und pennen.

vor der landung gibt es ein formular, in dem ihr eintragen müsst, dass ihr auch garantiert keine schwerter, drogen, dinge dabeihabt. um das ding auszufüllen, ist es ratsam, einen stift und die adresse eures wohnortes in japan griffbereit zu haben. klingt lustig, aber es gibt einige dinge, bei denen der japanische zoll und später die polizei keinen spass versteht. lest mal über die zollbestimmungen, versuchts erst gar nicht mit gras (wird gleichwertig mit harten drogen behandelt) und ähnlichen dingen, checkt bei verschreibungspflichtigen medikamenten ggf. die lage mit der botschaft.

gelandet – ab zur einreise. spezialfeature hier sind die fotos, die von jedem besitzer eines nichtjapanischen passes gemacht werden. die schwierigkeit wird weiter gesteigert, indem sie parallel auch fingerabdrücke nehmen. resultiert in sehr athmosphärischen aufnahmen. herzlichen glückwunsch, ihr seid nun ein alien und japan erwartet euch!

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4 Kommentare

  1. Pingback: reisebüro rocknrailpass: internet is needed | rock'n'railpass

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