linkmix

vamps stehen nicht gerade ganz oben auf der liste von bands, mit deren hilfe ich hiesigen menschen japanische musik näherbringen wollen würde, denn ich hätte die befürchtung, dass diese währenddessen einschlafen. trotzdem haben sie ihre fans und sind obendrein eine der gruppen, die sich aktuell sehr um die im wilden, fernen ausland bemüht. genau das diskutieren sie in diesem interview mit nikkei trendynet (jp).
erfreulich: die erkenntnis, dass sie fern der heimat trotz aller erfolge in japan wieder von grund auf bekanntheit aufbauen und in dieses projekt genauso zeit (und auch geld) investieren müssen wie in alle bisherigen, um glaubwürdig zu sein. eine solche welttournee müsse doch sehr kräftezehrend sein? die antwort: westliche bands täten doch nichts anderes, um ihrem sound weltweite bekanntschaft zu verschaffen. sich nur auf japan zu beschränken, da fühle man sich mies bei.
ein weiterer interessanter punkt ist die behauptung, das englische publikum sei ein besonders harter brocken, da dort niemand ‚fremdsprachige‘ musik hören müsse. französische oder deutsche hörer erschlössen sich dahingegen bereits selbstverständlich künstler und songtexte aus anderen ländern. hmmm, sind verständliche texte wirklich so zentral, wichtiger als verfügbarkeit und werbepräsenz?
total praktisch gehen kaz und hyde das thema cool japan an: mit eventuellem fördergeld könne man doch prima lagerräume für instrumente mieten, damit man nicht jedes mal die komplette ausrüstung mitschlören müsse. wo sie recht haben…

★ obengenannte band begegnete mir noch in einem weiteren bezug: der liste der hässlichsten fanartikel. 19 seiten lang tweets zu vollkommen nutzlosem krempel, den fans am ende scheinbar doch kaufen, um ihre künstler zu unterstützen. für mich klar platz nummer eins: das vamps-baumgesicht (wie das hier, nur direkt inklusive baum?). auf den plätzen dahinter dann katzenöhrchen von x (ist das ironisch gemeint, verkaufen sie auch klebetattoos mit ästchen für die augen und extra-schmierigen schwarzen lippenstift?), shirts, socken und geschirr mit gackts silikongesicht all over, fragwürdige teppich-umhänge und leggings von PLC, wortwitz-badesalz und …soll dieses an ein gewisses kostüm erinnern?! (gab letztens btw ein revival, erfreut euch hier gleich doppelter schönheit.)

★ um dem ganzen geklicke plötzlich ein wenig mehr tiefe zu geben: eine schöne zusammenfassung zu den problemen der japan-berichterstattung. wer nicht vorher schon tradition-und-moderne-bullshitbingo gespielt hat, dem wurde spätestens 2011 durch die fliegenden atomsushi und nukular-geisha auf dem stern-cover die allgemeine recherchequalität deutlich vor augen geführt. diese innenansicht ergänzt meine bisherige wahrnehmung nochmal ganz wunderbar. das interview entstand vor dem hintergrund eines unabhängigen journalismus-projektes, das sich gerade crowdfundiert. ich wünsche gutes gelingen, hoffe allerdings, dass sie ihrer kostenaufstellung noch den punkt ‚übersetzer‘ hinzufügen (oder ich das übersehen habe), denn ohne stelle ich mir ausführliche recherche zu besonderen themen eher schwierig vor.

dieser artikel zu shinjuku ist ein schönes update zur lage der dortigen subkultur(en). die geschichtlichen ereignisse sind hinreichend bekannt, aber dass man trotz abrisswahn immer noch neue überbleibsel findet, erfreut. falls ihr stadt-weit auf entdeckungstour gehen wollt, eine qualitativ hochwertige ergänzung sind die empfehlungen von tokyo damage report, allerdings existieren die seit jahren, also vorher auf aktualität prüfen. wenn sie stimmen, bringen sie die dinge perfekt auf den punkt.

★ und man verzeihe mir das überaus kohärente ende, aber ich fand gerade diese wunderbaren karten zu stoff- und bastelkramquellen in tokyo. als ob sekaido und ungefähr alles in nippori noch nicht genug schaden anrichten würden…

♫ Aliene Maφriage, YMCK, backdrop cinderella

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