nichtsocooljapan

yup, unser aller lieblingsthema ist in die nächste runde gegangen, diesmal mit einem supersymbolischen doppelfail.

nach der japan expo, die weltweit ja schon überall mal station gemacht hat, haben sie* jetzt auch ein mit popkultur für japan werbendes event im land selber veranstaltet: das moshimoshi nippon festival. wie das funktioniert? man stellt einen haufen künstler in tokyo auf die bühne und lädt alle ausländer für lau ein – und drückt jedem zusatzlich noch nen essenscoupon in die hand. in sich keine falsche idee, wa?

leider ging dieser plan mal wieder schief. erstens: offensichtlich hatte selbst bei asobisystem, dem selbsternannten hort der harajuku hipness, keiner plan, wie man das land kreativ repräsentieren könnte. kyary als headliner war sicher richtig und hauptgrund für das erscheinen vieler, auch una oder akira werden bei den kera-lesern willkommen gewesen sein…aber wer hatte die restliche idol-klonarmee bestellt? wollten sie mit cool japan nicht irgendwann mal die individualität des landes beweisen, so als gegenbewegung zum negativ-image der 80er?

zweitens: die trennung in ausländer und japaner war nicht nur beiderseits peinlich, weil erstere freien eintritt und futter für ihre anwesenheit bekamen, während die locals regulär für alles zahlen und als teil des menschenzoos dienen durften. sie haben auch noch eine spezielle gaijin area gebastelt…weil…die fremden ja besser unter sich bleiben, während sie das exotische land kennenlernen. fünf minuten nachdenken hätten zu der erkenntnis führen können, dass „alle besitzer eines ausländischen passes“ auch langzeitig in japan wohnende, popkulturaffine menschen sind, die sich für lau erst recht den spass machen und auf so einem event erscheinen. hmm, welchen eindruck die wohl ins ausland weitergegeben haben? der noisey-artikel fasst es ganz gut zusammen und hat stimmen aus dem publikum.

mit prima timing kam dann noch diese meldung: Man arrested in Japan for uploading television shows on Dailymotion. ja, diese kriminelle person – einige mögen ihn als bkyuu douga kennen und ihm zu dank verpflichtet sein – hat es gewagt, im fernsehen innerhalb japans frei verfügbare dinge wie variety shows weltweit zu teilen. unberechtigte, im ausland ansässige menschen hätten aus dem wertvollen, nur für das inland bestimmten entertainment frei wählen können, um sich ein bild vom land zu machen. am ende hätte sie für japaner konzipierte werbung erreicht und sie hätten produkte des landes gekauft, sie wären fans japanischer künstler geworden oder hätten sich dieser unerlernbaren sprache angenähert – nicht auszudenken! es hätte zur weltweiten verbreitung japanischer popkultur beigetragen und am ende wären die auch noch als touristen im land erschienen! nee nee nee.

* in diesem falle asobisystem, aber da die in der vergangenheit mit mehr als freundlicher unterstützung der regierung gehandelt haben, sehe ich sie als festen teil der cooljapan-kampagne.

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Ein Kommentar

  1. Pingback: linkmix | rock'n'railpass

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