live: uplift spice, superpremiumbonusticketkommentar

da begab man sich gestern doch noch spontan nach köln und betrachtete miyavi, weil so lange keine lives mehr waren und überhaupt. kaum wieder da, gibt es mehr termine – uplift spice schaffen es nach ihrer ersten nicht-so-eurotour im zweiten anlauf auch tatsächlich bis zu uns! wer sie nicht kennt: bei mir war die begegnung mit ihrem ersten album (dem selftitled) ein klarer fall von ‚menschen, die go!go!, wowaka und scars borough mögen, interessierten sich auch für…‘.

wenn ihr bei diesen namen aufgehorcht habt, bingo! während ich sie mit den nachfolgenden releases etwas aus den augen verlor, ist das aktuelle, ØØØ, sowohl eine weiterentwicklung als auch wieder ein volltreffer. previews hier und hier, inklusive empfehlungen eines ziemlichen who’s who des aktuellen japanischen punkrocks.

preislich scheinen alle hiesigen termine bei 17 euro normal und 27 für ein premiumdings zu liegen. das enthält laut der angaben bei den französischen terminen ein meet&greet, hierzulande steht da nur was von special tourgoods.*

20.05 München – Garage deluxe
21.05  Wien – Aera
26.05 Hamburg – Logo
27.05 Dortmund – FZW
29.05  Berlin – Urban Spree

sauce & weitere termine

w00t, dortmunder konzertpremiere für mich! auch, wenn ich jetzt beim FZW mal davon ausgehe, dass sie nicht die große halle gebucht haben, ist das ne ganz schöne ansage für eine hierzulande neue band! kennt die hier überhaupt wer? hatten die irgendein anime-opening von dem ich mal wieder nix weiß? oder wieso feiern die franzosen sie so hart, weil sie einfach großartig sind? (und in meinem hinterkopf rumort es, weil growing up / dynamord auch für so ein paar andere favoritenbands verantwortlich sind. positive paranoia oderso. können wir denen telepathisch vermitteln, dass sie bitte weitere artists mitbringen sollen?)

* weil wir das gestern abend teilweise miterlebten und es ja bei vielen konzerten seltsamerweise usus geworden zu sein scheint, premiumbonuskram:

in sich verstehe ich den ansatz, dass einige wenige fans eine band so gerne sehen wollen, dass sie dafür gerne mehr zahlen. somit ermöglichen sie durch einen für sie als angemessen wahrgenommenen aufpreis der band die tour und vielen weniger interessierten das reinhören zu normaleren konditionen. was man als fan nicht alles tut undso. gerade für oh so exotische japanische bands sicher kein schlechter start. der ganze spaß kann allerdings schnell nervig werden, weil er eine eklige grenze zwischen den inhabern unterschiedlicher tickets zieht, obwohl sie am ende das gleiche bezahlt haben.
ich bin ein alben- und tshirt-käufer, gebe also zusätzlich zum ticket meist nochmal geld aus. das ganze mache ich pro jahr doch einige male, häufig auch beim gleichen veranstalter. trotzdem bin ich nach diesem seltsamen system damit nicht wertvoll genug, um der band die hand zu schütteln und muss daher länger warten bzw. frühzeitig aus der halle geräumt werden, damit ich das auch nicht mitansehe. damit ich als potenzieller fan keine sympathien für die musiker aufbaue und auch ja kein geld an der bar ausgebe?

und was hätte ich vom premium, wenn es um eine band geht, die ich wirklich, wirklich anfreue? special goods brauche ich keine und auch keine fotos von schwitzenden gesichtern. besonders wird das erlebnis auch bestimmt nicht, wenn ich den prozess als überfan während der tour mehrfach mitmache. die band begegnet dadurch auch nicht mehr fans, kann ihr publikum nicht besser einschätzen und einbeziehen. für den fall, dass es als superpopulärer act einfach nicht möglich ist, allen drölfhundert fans autogramme zu geben – warum nicht die plätze verlosen oder die ersten x ticketkäufer bevorzugen? würde das in verbindung mit fanclub-vorverkäufen nicht mehr planungssicherheit bei mehr abwechslung bringen?

egal ob mit oder ohne premium: das killerargument, dass alle primär auf geld aus sein müssen, weil sich cds nicht mehr verkaufen, sollte gerade in so nischen wie der unserigen nicht zu simpel umgesetzt werden, weil man sich die chance auf eine langlebige fanszene durch solche späße schnell verbaut. und am ende dann im minus stecken bleibt, weil eben nicht mit jeder tour massen von fans nachrücken können, die noch bock auf den gleichen prozess wie immer haben.

♫ KEMURI – pabu boy

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