linkmix

und wieder hat’s wen erwischt, iseya yusuke (schauspieler) wurde wegen 20 gramm gras festgenommen. erstaunlich an der sache ist der angegebene marktwert von 120.000yen dafür (z.b. hier bei tbs). n fuffi fürn gramm?! hatte erst an drastische preisanstiege ob des einreisestopps gedacht, aber ältere berichte sprechen auch ungefähr davon. und loben den preis im vergleich zu anderen substanzen obendrein als günstig. o-kay, ich glaub ich bleib bei meinem dosenbier für 2,50€, aber hamwer wieder was gelernt.

auch wenns den meisten wohl gerade nicht nützen wird, hier ist eine zusammenstellung diverser guter guides zu sicherheitsvorkehrungen vor taifunen. wer einmal ne nacht wachgelegen und erlebt hat, wie das haus wortwörtlich atmet wenn so ein ding über einem durchzieht, der plant lieber im voraus.

und zwei streamingtips noch zum abschluss, weil was ist konsistenz: einmal ist da guitar wolfs jettfes, welches dieses jahr komplett online stattfindet. mit dabei sind neben den organisatoren auch joan jett & the blackhearts (yep), die 5.6.7.8s, neatbeats, teengenerate, king brothers undsoweiter. gratis auf youtube am samstag, 26.9., leider 10-17 uhr japanischer zeit, also ab nachts um 3 bis morgens rum hierzulande. naja, vielleicht bleibt es als archivsendung erhalten.

und dann haben wir zeitlich ein bisschen bequemer das slacktoberfest. organisiert von, wer hätte es gedacht, den slackers (US), gibt’s am 3.10. (sa.) ab 21.00 hiesiger zeit fünf stunden ska / reggae / dinge aus der ganzen welt zu hören: aus japan die großartigen rude bones, neben buster shuffle (UK) und dr. ring ding (DE), bite me bambi (US), den resignators (AUS), salon victoria (MX), und weiteren tba. tickets kosten 12 dollar, aber für das lineup kann man die denke ich ausgeben und den bands ein bisschen unter die arme greifen. zum reinhören haben parking lot sounds hier videos zusammengestellt, für weitere updates behaltet ihr am besten den slackers twitteraccount im blick.

schnaps & livehouses

gehse innen klupp, wollen die von dir am eingang nicht nur eintritt haben, sondern nochmal was extra. für drinks sagense. die sind nie abzulehnen, aber wie genau funktioniert das? dazu dieser heutige diamant des alltagswissens!

das klassische „drink menu“ eines livehouses habe ich hier schonmal erwähnt beim thema drink tickets. bei jedem konzert (festivals und stadionkonzerte ausgenommen) das ihr in japan besucht, zahlt ihr direkt am eingang 500 oder 600yen für einen papierschnipsel, plastikchip oder pin, den ihr dann an der bar gegen ein getränk tauschen könnt. das hat in erster linie rechtliche gründe: livehouses sind rechtlich als gastronomie klassifiziert, und die muss sicherstellen, dass leute irgendwas konsumieren. die günstigste und platzeffizienteste möglichkeit ist da nunmal eine bar. außerdem schaden ein paar extra-einnahmen nie.

aber gehen wir mal detailliert durch und ich gebe ein paar persönliche empfehlungen. wir orientieren uns am angebot des shinjuku loft – die haben als langjährige institution ne ordentliche bar (und sogar leckeres essen!). je nach laden kann es auch mal weniger auswahl geben, großartig andere drinks habe ich bisher aber selten gesehen. insofern ihr also nicht gerade im blue note oder ähnlichen edelschuppen abhängt…

viele livehouses unterscheiden zwischen einer begrenzten auswahl, die es im austausch für das drinkticket gibt und der vollen karte. das steht meist relativ klar auf den schildern und orientiert sich an den preisen. schnäppchen sind also eher selten, wobei es sich bei nem softdrink evtl lohnen kann, den separat zu zahlen, wenn ihr hinterher noch anderweitig verwendung für das ticket habt.

bier. im normalfall findet ihr hier eine der großen marken mit ihrem standardprodukt. also asahi super dry, kirin ichibanshibori etc.. offiziell sind das allesamt lagerbiere, allerdings wohl mit reis-anteil gebraut. (wieder was gelernt!)
persönliche favoriten sind kirin heartland und sapporo, aber naja. mit viel glück kriegt ihr ein guinness vom fass (nakano moonstep represent!!), aber wirklich fancy auswahl ist quasi nirgends. einiges kommt in flaschen, das standardbier zapfen viele frisch. tipp: werft insbesondere bei größeren hallen vorher nen blick auf die theke – einige haben die unart, vorzuzapfen, damit auch direkt der erste schluck nach lauwarmer plörre schmeckt.

stärkeres: meist einzeln angegeben, könnt ihr on the rocks (rokku), mit wasser (mizu-wari), sprudel (soda-wari) oder mit einem der aufgelisteten softdrinks gemischt ordern. der preis bleibt dabei meist gleich.

gin: wie gin mir schmeckt: nicht. also nur die info, dass ich meist beefeater, bombay sapphire oder tanqueray vor ort sah.

wodka: auch nicht meine baustelle. zeitweise gibt es auch die aus dem konbini/supermarkt bekannten, zuckrig-fruchtigen chu-h(a)i mischungen direkt in der dose (~6%).

rum: meistens weißer bacardi, seltener myers oder käptn. halt die basics. rumcoke ist ein ding, cuba libre meist zu fancy.

tequila: ebenfalls was günstiges, silver sauza oder cuervo. mit cola als bester wortwitzdrink: mexicoke. shots werden gerne ausgegeben wenn dinge gefeiert werden, allerdings ohne salz/zitrusfrucht?! keine ahnung was da los is, aber naja, wenns wech muss ne.

whisk(e)y: niemand geht für lecker whisky ins livehouse, aber manche geben einem für ein drinkticket was trinkbares. auf dem breiteren menü ist meistens ein basic-bourbon (jim, jack), als japanischer vertreter suntory kakubin yellow, seltener scotch (ballantines) oder was irisches (jameson). klassisch japanische darreichungsform ist der highball, also kakubin plus sprudel. durchaus lecker und nicht süß!

umeshu: pflaumenwein. kein plan von produkten hier, süße kopfschmerzplörre, geht für mich wenn nur sodawari.

shochu: schnaps, aus gerste, weizen, reis, süßkartoffeln oder watweißich gebrannt. wird auch für einige chu-hai mischgetränke verwendet, also listen manche livehouses gemische mit softdrinks als [softdrink]-hai auf, also beispielsweise coke-hai. wird zeitweise auch als oolong / ryokucha-hai mit tee angeboten. shochu hat weniger umdrehungen als wodka (so 25-35 meist), aber nach langwierigen tests habe ich das gefühl, dass die an der bar dafür einfach mehr reinmachen. kann also leicht fuselig schmecken. allesamt lokale marken, also meist das günstigte alkoholhaltige getränk auf der karte.

die liköre: hier finden sich klassiker wie baileys, amaretto oder jägermeister, aber auch einige eigenartige wie joghurtlikör, peachtree, kaluha (kaffee), tiffin (tee)…ein abstrakter bereich, in dem sich alkohol und milch vermischen. ich zweifle.

der rest: „wein“ (da sie ihn meist nur als „rot“ oder „weiß“ betiteln, tut euch den gefallen und lasst es. außer wenn franzosen anwesend sind – dann trinkt alle ihre vorräte.), nihonshu (sake), alkopops (smirnoff ice, zima und wie der fusel alle heißt), hoppy (alkoholfrei, schmeckt bierähnlich, wird mit shochu gemischt zu pseudobier)

die mischmöglichkeiten softdrinks: cola, ginger ale, tonic water, melon soda, red bull, oolongtee, grüner tee, säfte, mineralwasser, stilles wasser, milch, seltener kaffee (heiß/kalt). wenn ihr euch intensiver bewegen wollt: wasser kommt mit etwas glück in plastikflaschen.

kurz zu mischverhältnissen: drinks, mit denen auch lemmy glücklich geworden wäre, kann ich in japan trotz all der konzerte an einer hand abzählen. bisher auf nummer 1: das womb in shibuya. (frosch, locken, wissenschon.)
probiert eure auswahl und merkt zur not freundlich an, dass sie es bitte stärker machen sollen, manche tun das durchaus.

soweit dieses. noch fragen?

ach ja, die zusammenstellung hier sollte euch btw. auch bei der navigation eines izakaya oder einer günstigeren bar helfen. aber vielleicht schreib ich da nochmal separat drüber. prösterken.

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★ nathaniel m. smith in einem interview zu seinen erfahrungen und feldforschungen in der punkszene in japan, und daran anschließend auch zu seiner arbeit zu uyoku als performative subkultur. dude war selbst in bands in tokyo in den 90/00ern (exclaim / dudman) und hat ein paar interessante kommentare zur damaligen szene.
er sagt, die gefühlte kulturelle distanz zu ausländischen vorbildern sei nicht so groß wie z.b. in der hiphop-szene (condry). man sehe zwar unterschiede und überdenke die eigenen interpretationsmöglichkeiten, aber das erreichen von authentizität sei hier nicht so das problem, solange man mit genügend begeisterung bei der sache sei. und: japan verstehe sich als eingebunden in die weltweite szene, die entwicklungen seien von anfang an weltweit gewesen. den rest überlass ich euch zu hören, aber die 70 minuten sind es definitiv wert!

★ in direktem anschluss auch eine empfehlung für diese japan on the record-folge, in der marvin sterling einige seiner beobachtungen zu reggae und racial difference in japan zusammenfasst. wer sich damit tiefergehend beschäftigen will, dem empfehle ich sein buch „babylon east“, aber auch im podcast wird schon vieles sehr nuanciert angesprochen. er findet eine schwierige balance und vermeidet das klassische „japan kopiert ja nur, was cool aussieht“-totschlagargument. spannend auch im kontext anderer musiksubkulturen wie der aus der ersten empfehlung.

★ nochmal bissn japanologisch: die todai hat einen blog mit lauter beiträgen zu popkulturellen themen gestartet. soweit ich das überblicke kommen die beiträge sowohl von bekannten namen als auch von promovierenden. mag überraschend sein, aber ich mag ja die idee, dinge zugänglich in dieses internet zu schreiben. werft mal nen blick, vielleicht ist ein interessantes thema für euch dabei.

★ falls euch unverständlicherweise langweilig ist und ihr viel geben würdet, um reisen und neue dinge sehen zu können… naja, zumindest anschauen geht hier: eine ansammlung von videotouren an mehr oder weniger bekannten reisezielen in japan.

★ jemand interesse an stadtentwicklung und der geschichte des shibuya 109? dieser youtube-talk ist ein guter. leider nur auf japanisch, aber mit dabei sind leitende menschen des 109 und ein stadtentwickler. sie bringen alte lagepläne und fotos und es ist gar herrlich. (okay, insofern man alte tokyo-stadtkarten und reiseguides der 70er jahre hortet.)

★ neu in der reihe von büchern, die man mir gerne kaufen kann: diese geschichte von worlds end. ich habs gefunden, weil fujiwara hiroshi ein doppeltes exemplar auf mercari verkauft hat. reicht nicht an japankontext? uhm, er hat mal da gearbeitet und mit vielen anderen dafür gesorgt, dass westwood in japan die bekanntheit und den einfluss erreicht hat, den wir alle aus FRUiTS oder von nana und co kennen. glaube dieser artikel war gut dazu, aber gibt noch mehr. wer interesse hat, melde sich.

soweit von mir, ich hoffe es war was interessantes dabei!

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eine neue dosis internetverlinkung von der person, die beschlossen hat, heute alle verfügbaren versionen von rocket to russia durchzuhören. (ich kann bestätigen, bird IS the word.)

★in die allgemeine nachrichten-kakophonie stimmt auch japan mit ein: nachdem in tokyo ein kurde von der polizei unter sehr dubiosen umständen festgehalten wurde (mainichi videoreport + englischer artikel, sorry für die tittenseite, die machen sonst mehr yellowpress kram), kam es zu protesten, die die situation im land mit der internationalen problematik verbanden. randrelevant auch mal wieder die beliebte darstellung von „erwünschten“ ausländern als alpinaweiß in den illustrationen zum punkteprogramm für schnellere visa-bearbeitung.

★ hörempfehlung für diese kurze episode von japan on the record zur geschichte von illegalen drogen in japan. leider nichts zu gras, dafür aber einige hinweise, warum die gesamtkategorie der upper so prominent in allen statistiken auftaucht. in sich in einem land, das arbeit so fetischisiert, nicht überraschend, aber hören sie selbst.

★ überraschung, ein musik-linktipp: shout louder hat musiker mit tour-erfahrung in japan nach ihren lokalen favoriten gefragt und eine menge sehr guter antworten bekommen. freut mich, dass viele gefallen an ihren tour-kollegen gefunden haben. die kombis, die da entstehen, wirken ja doch gern mal eher zufällig. anmerkung: sie verlinken zwar eine spotify-playlist, aber die hat bei weitem nicht alle artists. lesen lohnt sich also.

★ nachdem es um die livehouses und clubs weiterhin nicht rosig steht, kommen in japan langsam die ersten lockerungen. dass die, wie z.b. die aus kanagawa-ken, noch eher lächerlich sind, zeigt dieses video vom ikebukuro ADM. die haben den spaß für ihr livehouse mit (normalerweise) 150 cap mal ausgemessen…

★ zum schluss der hinweis auf das von luna sea organisierte music aid tv-special: drei stunden mit einer breiten auswahl von künstlern. es ist leider kein international verfügbarer offizieller stream vorhanden, aber wer sucht, der findet. da die mehrheit scheinbar zu hause aufgenommen hat, ist es ein wahres fest der schlechten interieur-entscheidungen. lacher des tages war ein gewisser herr h., der in seinem intro-kommentar zuerst professionell allen helfern dankt und fließend in eine entschuldigung für seine fehlenden augenbrauen übergeht („sorry, war besoffen und dachte, ich tret gerad eh nirgendwo auf…“). nur original mit zensur-piepser. findet sich beispielsweise hier.

lass ma livehouses retten

die unsichere situation für kultureinrichtungen hierzulande wird den meisten bekannt sein. in japan sieht es derzeit aber leider noch schlimmer aus: hilfszahlungen werden zwar diskutiert, aber so wie wir die alten männer im anzug kennen, dauert die auszahlung dann lange genug, dass vorher genügend potentielle anwärter dichtmachen müssen. wäre ja schade um das schöne geld.
aktuell stehen insbesondere die einzelnen livehouses, die nicht teil eines großen unternehmens sind, also gelinde gesagt scheiße da.
aufgeben is aber nicht, und so gibt’s jetzt jede menge spendenaktionen.

ein kreativer favorit ist das hatsudai WALL: von einem jahr unbegrenztem eintritt mit freigetränken über eine übernachtung im laden mit dem chef und attraktiven sammelfotos der mitarbeiter ist alles dabei.
wieder andere verkaufen getränkemarken, klamotten, sticker. die liste von time out tokyo ist ziemlich lang.

aber was geht von deutschland aus?

ne ganze menge, und zwar mit der music unites against covid-19 download-compilation: organisiert von den herren von toe haben sich hier über 70 artists zusammengeschlossen. jeder gibt einen song, allesamt exklusiver oder frisch in heimarbeit entstandener kram, alles zusammen steht für jeden spender zum download zur verfügung.
ihr könnt 500 yen (~5€) dafür spenden oder 10.000, die inhalte bleiben die gleichen.

mit dabei sind unter anderem natürlich toe, darüber hinaus mono, envy, ent, asparagus, back drop bomb, husking bee, number girl, lite, mouse on the keys, monoeyes, the hiatus, brahman, mukai acoustic & electric, tokyo jihen, takkyu ishino…die liste ist wahrlich lang und wirklich exzellent.
neues material ist unter anderem bestätigt von hiatus, monoeyes oder mouse on the keys, number girl sind mit einer unreleasten liveaufnahme dabei undsoweiter. also nehmt die paar euro in die hand, es lohnt sich!

wie genau soll das gehen?

  • auf der website runterscrollen zur liste der präfekturen, livehouse raussuchen, an das ihr spenden wollt
  • link zum store anklicken
  • die richtige spendenhöhe wählen, den artikel in den einkaufskorb packen (カートに入れる sachtet) und zur kasse gehen
  • auf den grauen button für gast-checkout (ゲスト購入する) klicken
  • name, telefonnummer und emailadresse angeben. wie genau, hab ich euch hier übersetzt. nummer kann random sein, die emailadresse muss richtig sein für den downloadlink!
  • nehmt ggf noch die beiden blauen haken für die mailinglists raus.
  • bezahlen per paypal / kreditkarte via pp
  • profit! ein downloadlink wird kommen, ihr habt bis ende juni zeit, euch den kram herabzuladen.

ich will die songs, weiß aber kein livehouse!

einige großartige orte aus meiner sicht:

  • der klassiker: shinjuku loft, das urgestein mit dem schachbrettfußboden, das seit den 70ern allen möglichen genres ein zuhause bietet.
  • die innovatoren: das fever ist nicht nur bemüht, verbindungen zwischen japanischen und internationalen acts herzustellen, sondern auch voll dabei bei den aktuellen streaming-experimenten der branche.
  • meine lokalmatadore: das moonstep ist nie weit weg, immer entspannt, entertaint mit seinen event-ideen und hat tatsächlich guinness on tap.
  • der sündenbock: das chop ist eigentlich ein bequemes kellerloch (mit wlan!) für altwiesel, bekam aber leider als corona-clusterpunkt in den medien ordentlich auf den sack. (die von der erkrankten person genutzten züge, restaurants, läden fanden natürlich keine erwähnung.)

ansonsten scrollt und klickt wild auf der liste herum, sucht euch das mit dem lustigsten namen aus (ganz vorne dabei: das saga geils) oder nehmt das südlichste (okinawa output).
egal wen ihr euch aussucht, es hilft direkt und ihr kriegt geile musik!

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★ die ganzen twittertag-basierten akustikversionen direkt vom sofa diverser lieblingsmusiker bekamter denke ich mit. besondere erwähnung nochmal für uns hosomi hier: andere planen den kram generalstabsmäßig, während der sich einen pichelt und sich von schrägrechtsunten vor seinem cd-regal filmt, das ganze von nem freund posten lässt, 600k views einstreicht und es am ende nichtmal merkt. königlich.
bonus: der herr am bass verwandelte sich wieder in ryuichi, inklusive eyeliner. die augenbrauen-action bleibt aber verbesserungswürdig.

★ bin eigentlich freund von mundgeklöppelten playlists und meide die spotify-eigenen, aber diese für punk/hc/mixture ist ganz nice. wer paar updates neben paar klassikern sucht oder einfach generell bissn geballer mit melodisch will, werfe blicke.

★ kategorie very special interest, aber falls noch wer gerade seine ticketsammlung sortiert und sich über verlorene oder einfach nur online existente tickets ärgert: hier könnt ihr euch platzhalter generieren. (nein, ich habs nicht gemacht, was aber mit daran liegt, dass mein derzeitiges album auch so schon randvoll ist. festivalbändchen und laminatlappen nerven ganz schön, wenn mans ordentlich archivieren will.)

★ neu auf akademischer ebene: lies mal bitte wer diesen artikel über idols und diesen über kpop in japan und sage mir, ob sie was taugen. bin gerad zu faul, mir die zu scihubben. dieser hier über die verbindung zwischen plastikspielzeug und globalisierung ist btw im grunde ganz nice, aber alter vatter, wie ich diese schranzige sorte medienwissenschaftler nicht vermisst habe.

★ abschließend die aktuelle episode von „hängen mit hormon“: wer kein japanisch versteht, werfe blicke auf uechangs bouldering-zimmer und – für mich ja noch wichtiger – seinen vogel.

dinge gegen langeweile

da viele leute gerade das privileg haben, noch länger als sonst zu sitzen und in das internet hinauszustarren, schreiben ebenfalls viele leute empfehlungslisten. da stehen aber meist nur die gleichen drei netflix-serien, pseudonerdige podcasts von dudes mit bart und brettspiele drauf.
das machmer hier gerad mal besser.

musik

skapunk? das neue suicide machines-album. skareggaealternativedings? skints swimming lessons, immer noch.
paar tacken seltsamer? das erste von ill japonia, dem neuen projekt von taigen kawabe (bo ningen). aus unbekannten gründen höre ich es gern in verbindung mit igorrr. hirnkategorie publikumslieblinge mit i vielleicht? personen, die ihre eigene sprache erfinden und verwenden? (gute gründe dafür, dass ich keine öffentlichen playlists bastle.)
crossover endneunziger-throwback mit back drop bombs micromaximum? geht auch mit dem live von neulich.
für wenn man das bad putzen muss: bbq chickens beste cover. von sesamstraße bis backstreet boys alles dabei, fliesen sind auch garantiert in rekordgeschwindigkeit fertig geschrubbt.
pop und punk in unterschiedlichem anteil, aber mit guten stimmen? bad cop bad cop oder slimcat. lieber ohrwurm mit schrömm? ex hex. punkrock mit frickelig? cigar. punkrock mit altem emotional? daiei spray, cowpers und pear of the west.

print

ich lese gerade zwei genres: dinge für die diss und star wars. beides gleichermaßen mit hingabe und planlosigkeit.
genießbarer, nur stellenweise schlecht gealterter klassiker des ersten bereichs, der das tokyo von heute mit dem edo von gestern erklärt: seidensticker. aktuell auf der leseliste: tokyo: an urban portrait und die soziologie der recruit suits.

empfehlungen aus einer weit, weit entfernten galaxis: allegiance (desertierende stormtrooper auf wilder fahrt) und die neue thrawn-trilogie (in dieser version: alien-general / sherlock holmes macht karriere bei der fascho-navy, aus gründen) machen das empire nicht unbedingt sympathischer, geben ihm aber ein bisschen notwendige tiefe. beträchtlich älter und schranziger, aber manchmal eben auch genau das richtige sind die han solo trilogy / adventures.

wer eher punkig-subkulturelle film / manga / medien-empfehlungen sucht und japanisch kann, schaut auf die sammlung, die mobsproof für lau online gestellt hat.

video & audio

hüte und flüche: meine beiden lieblings-instagram-vögel iago und shlomo.

und weil wahrscheinlich jeder the mandalorian schon gesehen hat, empfehle ich rebels. visuell eher mäßig ansprechend, aber die story wird mit jeder staffel besser, auch hier wieder stichwort tiefe. die serie tut für mich das, was clone wars (noch, bin im dritten anlauf bei staffel 4) nicht geschafft hat. vielleicht, weil sie sich nicht so zwanghaft um einen heroisch-arroganten pappaufsteller dreht, der keinen sand mag?

podcasttechnisch hänge ich gerade etwas hinterher, weil ich die meist im zug höre. davon ab aber empfehlungen für dressed (modegeschichte), the stack (printmagazine), beauty brains (kosmetik und chemie), uncanny japan (mythen und legenden), muses (rockgeschichte), binärgewitter (internet und open source), dress:fancy (kostümgeschichte). alles professionell gemacht und kurzweilig, mit vernünftigen verweisen auf quellen und weiterführendes material.

youtube? dieser dude, der kaputte pcs wiederbelebt, nur original mit game-soundtrack und nerviger sprachausgabe. der kanal zu the way we wore, modegeschichte mit echten beispielen aus dem laden. eine designerin, die gute erklärvideos zu mode macht, zum beispiel marken subjektiv, aber mit fachwissen auf qualität und funktionalität checkt.

ein abschließender dubioser videotipp ist dieser unkommentierte, ungeschnittene spaziergang durch koenji. straßenmusiker und römmelige lädchen, die lokale bevölkerung mäßig frisiert, aber dafür in der schönsten joggingbuchse und energetisch tagtrinkend. bester ort. コロナをもってコロナを制す (mit einem corona in der hand corona bewältigen) ist peak koenji.

soweit von mir fürs erste.
ja, ich hab mir ne gute stunde lang dieses video reingezogen. alles besser verschwendete zeit als die, in der ich mir burmesische newsberichte der bbc angekuckt hab. (nein, ich kann kein burmesisch.)

linkmix

tag soundsoviel des großen drinnenseins. gruppen von menschen sammeln sich via skype zum trinken, webcams kosten mittlerweile fast so viel wie eine switch lite, ein stapel fiel um und ich fand alte minidiscs wieder (garbage, seo taiji und orange range – prime 2003!).

shows kann ich keine ankündigen, außer, dass die bawdies die scheinbar zarten anfänge einer eurotour wieder absagen mussten, gibts da auch nicht viel neues.
radwimps hatten auch angekündigt, was anzukündigen, aber da wartet man besser wohl, bevor man sich freut. wäre aber interessant zu sehen, ob der massive hype, den sie durch kimi no dingenskirchen in japan bekamen, sich auch nach europa übersetzt.

★ das loft und all seine anhängenden locations haben eine database aller gigs mit lineups und preisen von den 70ern an gebastelt. bedienung: entweder bandnamen suchen oder runterscrollen und eine location auswählen, da gibts nen kalender auf der jeweiligen unterseite. damit sind sie meines wissens eine absolute ausnahme unter den livehouses.

★ bleiben wir in shinjuku und beim soziologen-grind: hier ist eine kurze (englischsprachige) geschichte des viertels, wobei das loft nur eine der subkulturellen institutionen ist. vielschichtig und immer ein bisschen ömmelig, das wär doch mal ein untertitel für sonnen artikel.

hier haben wir einen interessanten (japanischen) kommentar von seiji von guitar wolf zur verbindung zwischen look, locations und musik. erwähnung finden unter anderem das hokoten, oh!god, jacks in harajuku. mir neu: basswolf billy hat damals scheinbar bei jimsinn gearbeitet, seiji nebenan. nächstes mal, wenn ich betrunken in den reinstolper, bitte ich um ein interview.

★ dann noch ein hinweis auf diesen jfashion-podcast aus chicago. gute inhalte und einblicke in die wahrnehmung im ausland, die sich immer noch ziemlich vom modemarkt in japan unterscheidet. nicht als kritik gemeint – diese bubble ist ein grund, warum harajuku wie wir es kennen am leben bleibt. spannend, dass sie sich über die jahre nur so wenig verändert zu haben scheint.

soundtrack waren diese alten herren live und irgendwer im schrebergarten blastet gerade dieses auf repeat. grr.

anti-coronalangeweile: ganze lives auf youtube

japan hat ein problem: die stubenhocker-olympiade 2020 läuft und es ist nix vernünftiges im fernsehen, weil neujahr lange hinter uns liegt. aber hilfe naht: viele artists zeigen für begrenzte zeit ganze live-dvds oder -übertragungen für lau auf youtube.

livestreams anstelle von eigentlich abgesagten gigs gibt’s auch einige, aber da die sich zeitweise sehr spontan finden, habt ihr da sicher mehr glück bei twitter und instagram.
was dauerhaft(er) verfügbar ist, hier für euch aufgelistet.

beginnen wir mit einem favoriten: SiM bieten uns gleich vier volle lives! (ich verlinke die playlist.) da kannze mal sehen, wo die mittlerweile spielen! große hallen dabei, teilweise mit ausführlicher deko, aber gehen weiterhin gut ab (für sie getestet).

die zeit beim heysmith-live was ich gelistet hatte, ist leider abgelaufen. sorry!

die herren von den oral cigarettes mögen vielleicht auch dem einen oder anderen zusagen. ist bis 13.3. verfügbar.

hier die archivversion eines lives, das secret7line am 7.3. ohne zuschauer spielen mussten und deswegen live gestreamt haben.

dann haben wir da noch saucy dog, falls es wem poppiger zumute ist. paar schritte weiter sind wir dann bei koda kumi, exile und konsorten mit ner ganzen playlist voller ganzer lives. für freunde des mittelalten vk und der wilden kostümierung, präsentieren psycho le cému auf ihrem youtubekanal nach und nach mehrere konzerte. (danke @maleencherie, genaue zeiten in ihrem tweet!)

und abschließend eine spezielle erwähnung für avex, die verwunderlicherweise die ersten großen waren, die auf die idee kamen. falls also jemandem nach alten ayu-lives, do as infinity, TRF oder AAA ist, hier ist ebenfalls eine ganze playlist mit vollen aufnahmen.

soundtrack beim schreiben war diese liveübertragung vom asylum in fukushima, wie jedes jahr zum 11.3.. keine ahnung ob sie hinterher noch verfügbar ist, aber ist für fans von low-atus (toshi-low plus hiatus in form von hosomi takeshi), sowie freunde der akustischen interpretationen diverser genres sehr zu empfehlen. großen respekt an alle beteiligten da, die das seit neun jahren organisieren. und jetzt will ichn bier, verflixt.

linkmix

★ nicht, dass ich jemandem mal was anderes erzählt hätte, aber menschen in dem internet beschlossen, dass man neuen skabands mehr aufmerksamkeit zukommen lassen sollte. also gibt’s empfehlungen in videoform bei skatune network oder in playlists von skapunkdaily auf spotify. cool daran: japan hat einen festen platz bei allen! mein persönlicher favorit mit japanbezug ist aber diese von herrn rei, der einen länderübergreifenden mix aus geheimtipps und den guten neuen/alten dingen bietet. (kinder, wie ich mich auf das suicide machines album freue!)

★ komplett anderes ding, sehen sie diesen (angeblich kompletten) guide zu japanischem math rock. wie immer hab ich eigentlich kein plan, hör den scheiss aber trotzdem und find zumindest das was sie erwähnen eher nice. das mit der komplettheit ist natürlich klick-kosmetik, aber schaunse mal drauf.

★ an dieser stelle würde ich gerne das straightener-cover verlinken, das der gute herr hosomi letztens in seiner radioshow zum besten gab. leider verschwand es vom offiziellen youtube. mh. dann halt hier weniger offiziell die komplette tv-ausstrahlung vom ellegarden/ajikan/straightener tour final letztes jahr. da gehen sie sich auch alle gegenseitig besuchen auf der bühne und 2004-ich eskaliert. okay, wem will ich was vormachen, 2020-ich sitzt immer noch feierflennend davor. nur die arena ist mir ungeheuerlich.

★ abschließend der hinweis: gerade wird jede menge an konzerten und events in japan abgesagt, weil angesichts von corona sich ja alle zurückhalten müssen (außer wenn sie in vollen zügen zur arbeit in die großraumbüros fahren, da steckt sich ja keiner bei an). glück im unglück aber für ausländische fans: viele bands nutzen die hallen, die eh gemietet sind spielen trotzdem – ohne publikum, dafür aber mit videostream. daher: haltet die augen offen, ob eure favoriten was twittern. ich werde das, was mir begegnet, rumreichen. man beachte aber die hinzukommende zeitverschiebung: 20 uhr in japan ist – 8 stunden zurück – 12 uhr mittachs hier.